Gendern, bis das „Soziolog:in“ kommt

Nur eine kleine Anekdote für zwischendurch. Es dürfte bekannt sein, daß die Genderfreaks Kulturbanausen und bildungsferne Spießer sind. Das muß ja so sein, denn es bedarf schon enormer Intelligenzvakanzen, wenn man angesichts des tagtäglichen Sprachgebrauchs meint, ein formal männliches Wort wie Bürger könne nicht auch Frauen repräsentieren.

Es ist daher wenig verwunderlich, daß die Genderfreaks auch bei ihrem ureigenen Gender-Esperanto ein klägliches Bild abgeben und es noch nicht einmal dort auf die Reihe kriegen, ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Wie Drogensüchtige suchen sie nach dem Kick der „Geschlechter-gerechtigkeit“ in ihrer Kunstsprache, ohne dabei zu realisieren, daß Männer dummerweise ja auch ein Geschlecht sind, das durch die „geschlechtergerechte“ Sprache repräsentiert werden muß.

Tja, und dabei kommt dann eben immer wieder so etwas heraus wie der folgende Tweet, den man heute auf dem Blog „Alles Evolution“ bewundern durfte:

Vor dem großen Gender-Sprung nach vorn haben wir diese Frage übrigens ganz unschuldig folgendermaßen formuliert – und natürlich auch ein Komma an der richtigen Stelle platziert:

Kann mir irgendein Soziologe erklären, wieso das so ist?

Aber was will man auch von diesen Gender-Fuzzis erwarten? Die fragen vermutlich auch bei einem Unfall, ob ein Arzt, eine Ärztin oder ein Arzt mit einem der anderen 60 Geschlechter zur Stelle ist.

Selbst die Professoren der Genderfront kriegen es ja nicht hin, ein halbwegs korrektes Deutsch zu formulieren. Sie scheitern an ihrer eigenen Kunstsprache, die sie so vehement verteidigen. Für diese „Wissenschaftler“ ist es oftmals einfach zu kompliziert, auch die männliche Form in ihren geschlechtergerechten Fehlgeburten unterzubringen. Sie benutzen wie von Sinnen ihre Gender-Codes, ohne zu realisieren, daß man eine deklinierte Form vor sich hat – oder eben einen Nominativ der auf e endet wie beim „Soziologen“. Ich erlaube mir mal als einfacher Bürger, diese Dinge den Herren „Sprachwissenschaftlern“ zu verklickern und gewisse Zweifel an der Kompetenz dieser Leute zu vermelden.

Auch die Rechtschreibreform entstammt ja im übrigen demselben Ungeist wie der Gender-Dialekt. Beides sind Anmaßungen größenwahnsinniger Linker, die bei Wörtern wie „Tradition“, „Nation“ oder „Identität“ nur den pawlowschen Reflex der Nazi-Paranoia zustande bringen. Und die so begeistert sind von ihren Idealen der sozialen Gerechtigkeit oder der Gleichberechtigung, daß sie völlig den Verstand verlieren und freundlicherweise auch noch den größten Unsinn mit diesen Idealen verknüpfen.

Die Sprengung des Berliner Stadtschlosses und die Zerstörung diverser historischer städtischer Strukturen durch die „sozialistische Moderne“ sind ebenfalls eine Metapher für diesen linken Ungeist. Und man muß einmal mehr darauf hinweisen, daß auch die heutigen Kulturverbrechen einem marxistisch grundierten Größenwahn Denken entspringen. Getreu dem Motto: Nur wir kennen die historischen Gesetzmäßigkeiten und wissen, wo‘s lang geht. Wer zweifelt, ist konterrevolutionär – um nicht zu sagen Klassenfeind!

Das vermeintlich Überkommene, das Vertraute und Bewährte, wird zwanghaft dämonisiert, während der vermeintliche Fortschritt ebenso zwanghaft und willkürlich mit positiven Attributen versehen wird – komme er auch noch so lächerlich und weltfremd daher wie ein Binnen-I oder eine Gender-Lücke. Wir Ossis kennen dieses Muster zur Genüge.

Unsere Generation darf quasi live einen linksradikalen Wahn in Aktion studieren. Und es ist heute bereits klar, daß die Sache ähnlich jämmerlich enden wird wie das marxistische Experiment des 20. Jahrhunderts. Diese Parallelen im Denken und Handeln sind ja nur zu offensichtlich, und eigentlich müßte man solche Betrachtungen wie diese hier in einem Blatt wie der „Zeit“ oder der „FAZ“ lesen können – wäre unsere Gesellschaft nicht so hoffnungslos linksverblödet.

Eine kleine Ironie hält die Gender-Wortmißgeburt „Soziolog:in“ dennoch für uns parat: So wie die sogenannte „Gleichstellung“ eigentlich nur unter dem Vorzeichen Frau stattfindet und verstanden wird, so ist auch die sprachliche „Gleichstellung“ allein auf weibliche Endungen fixiert – und dies führt dummerweise immer wieder dazu, daß männliche Belange vernachlässigt werden.

Die Gendersprache sollte man also durchaus als Metapher für den Gleichstellungswahn in Deutschland und im westlichen Kulturkreis ansehen. Man erfindet geradezu fetisch- und fieberhaft vermeintliche Benachteiligungen von Frauen, meist auf einer rein formalen, hoch spekulativen Ebene.

Während die gleichen Standards bei Männern auf einmal keine Rolle mehr spielen und nicht angewendet werden.

Für mich ist es sowieso ein Rätsel, wieso man über diesen ex-orbitanten Schwachsinn überhaupt Texte schreiben muß.

Es sagt viel über unsere Gesellschaft aus, daß 99% Prozent der in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie z.B. Journalisten, Politiker, Wissenschaftler, Kulturschaffende etc. nicht den leisesten Schimmer von diesen Dingen haben – und vollkommen identisch sind mit diesem universellen feministischen Verblendungszusammenhang.

Gendern bis zum Kirchenaustritt

Rechtzeitig zum Osterfeste widmen wir uns voller Enthusiasmus der evangelischen Kirche. Auch die Protestanten sind auf dem Gender-Trip und gendern, was das Zeug hält. Warum aber gibt es nur so viele Kirchenaustritte? Vermutlich weil die Luther-Follower lange keine Gottesdienste in „gerechter Sprache“ angeboten haben.

Und vermutlich, weil die „Protestierenden“ einfach noch keine „Bibel in gerechter Sprache“ – kurz BigS – in der Hand halten durften. Diesen Mangel hat die Kirche in den letzten Jahren freilich behoben. Und die vormals Ungläubigen und Austrittswilligen rennen ihr nun die Bude ein. Sie können es kaum erwarten, endlich gendergerechte Gottesdienste zu besuchen.

Jesus Christus hat sich zwar in einer sehr einfachen und bildlichen Sprache ans Volk gewandt. Aber warum es einfach machen, wenn es auch kompliziert geht? Selig sind die Armen im Geiste?

Ist mit der heutigen evangelischen Kirche nicht mehr zu machen. Die bereichert sich selbst mit Gender-Sternen, „Geschlechter-gerechtigkeit“, einem feminisierten Herrgott und allerlei anderem pseudointellektuellen, esoterischen Gender-Gedöns.

Ein neuer Luther würde diesen Gender-Ablaßhandel wohl an-prangern.

Was dürfen unsere trüben Augen auf der Webseite der evange-lischen Kirche Preußens lesen?

Gottesdienst geschlechter*gerecht feiern

Was für ein tolles Sternchen. Und so schön mittig platziert. Mehr Inklusion geht nicht.

Ein bißchen doof ist dieser Stern aber schon, soll er doch gerade all die anderen ausgedachten und herbeiphantasierten „Geschlechter“ jenseits der „binären Geschlechterordnung“ repräsentieren. Wozu aber noch ein Stern, wenn all diese „Geschlechter“ ja bereits in dem Wörtchen „geschlechtergerecht“ enthalten sind?

Aber solch Fragen ist vermutlich nur kleinliche Erbsenzählerei und „Mansplaining“ – also diese dumme, dominante männliche Vernunft, die sich ständig in den Vordergrund drängt und Frauen unterdrückt. Gender-Sternchen repräsentieren das Gute! Also soll man sie auch ruhig ein bißchen öfter verwenden als nötig.

Ich sehe schon eine Gendersprache vor mir, die uns mit noch viel mehr Sternen beglückt als bisher. Deren Ver*fech*ter*inn*en werden dann noch mehr „Ge*schlech*ter*ge*rech*tig*keit“ für sich beanspruchen als die klassischen Gender-Freaks. Ein Krieg der Sterne scheint unausweichlich.

Aber schauen wir weiter:

„Das Wissen um die Vielfalt von Geschlecht stellt die Sprache im Gottesdienst vor neue Herausforderungen“, meint die Geschlechterforscherin und Theologin Ulrike Auga. Im Interview mit ekbo.de wirbt sie für gerechte Sprache.

Das sehen die Gläubigen bestimmt ganz genauso und preisen jetzt inbrünstig „die Ewige“. Gott könnte sich schließlich diskriminiert fühlen. Da will man vorkehren. Früher wußten die Menschen einfach noch nichts von der enormen Geschlechtervielfalt. Wie toll, daß es dieses Wissen jetzt gibt und die Kirche diese brandneuen, völlig unbestechlichen „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse in den Gottesdienst integriert. Alles hieb- und stichfest bewiesen. Und man kann sich zudem auch noch so progressiv fühlen und es den doofen Katholiken zeigen.

Neue Erkenntnisse sowohl der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften als auch der Theologie zeigen, dass sich durch derlei ungerechtes Sprechen, das der Vielfalt der Erfahrungen nicht gerecht wird, Ungleichheit und Un-gleichbehandlung verfestigen.

Okay, als Ossi mit marxistisch-leninistischer Phrasendresch-Expertise fragt man sich schon, wie unglaublich dumm man sein muß, um solche Sätze überhaupt formulieren zu können. „Ungerechtes Sprechen“? Ich muß gleich mal zu meinem früheren FDJ-Sekretär für Agitation und Propaganda gehen. Liegt hier womöglich eine Urheberrechtsverletzung vor?

Begrüßen Sie Ihre Gemeinde in geschlechter*inklusiver Sprache!

Loben Sie Gott in geschlechter*gerechter Sprache!

Anregungen für ein geschlechterinklusives Glaubensbekenntnis

Beten Sie geschlechter*gerechte Fürbitten!

Verwenden Sie gender*gerechte Sendungs- und Segenstexte!

Das ist kein Witz, kein Aprilscherz. Das ist auch nicht aus „Das Leben des Brian“. Diese Zitate sind kein Fake. Das ist die evangelische Kirche Preußens im Jahr 2021. Die Vision vom Untergang des Abendlandes scheint nach dieser Lektüre gar nicht mehr so unrealistisch.

Die Kirche beschäftigt heute „Geschlechterforscherinnen“ wie Ulrike Auga, die eigentlich ein Fall für den Sektenbeauftragten wären und jeden Esoterik-Guru vor Neid erblassen lassen. Die Dame präsentiert uns allerschönstes, paranoides Genderwelsch:

Oft werden Binarität und Heteronormativität ungenügend reflektiert. Dabei werden Stereotype in Bezug auf Männlichkeit und Weiblichkeit zementiert. Die Beschäftigung mit der Konstruktion von Geschlecht ist wichtig, denn die Abweichung von hegemonialen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit kann bis in die Gegenwart Hassverbrechen nach sich ziehen.

Es werden beispielsweise Kultur, Vernunft und Verbal-sprachlichkeit als „männlich“ assoziiert und Natur, Körperlichkeit oder Emotion „weiblich“ naturalisiert bzw. essentialisiert, d.h. als gäbe es eine vorgeordnete binäre Wesenheit.

Nee, gibt es natürlich nicht. Alles Fake! Alles hegemonial! Ulrike hat’s bewiesen. Zweifel kennt sie nicht. Gehen Sie zur Gender-Forscherin Ihres Vertrauens, die Ihnen die Flausen von der angeblichen Wesenhaftigkeit von Mann und Frau zünftig austreibt. Und lassen Sie sich tolle Begriffe wie „Heteronormativität“, „Binarität“ oder „Essentialisierung“ erklären.

Ulrike soll schließlich nicht umsonst an der Universität ihre Nase in Bücher gesteckt haben.

Eine der absurdesten Ironien des Gender-Zeitalters ist es wohl, daß solche Esoteriktanten wie Ulrike Auga den größten, völlig irrationalen, unbewiesenen Unsinn von sich geben und sich dann darüber beklagen, daß Weiblichkeit nicht gerade mit Vernunft assoziiert wird.

Aber vielleicht hat die Dame ja Beweise dafür, daß Männer ähnlich emotional sind wie Frauen. Gleichstellungsbeauftragte freuen sich schon auf weibliche Schachweltmeister. Ulrike und die Gender-forschung müssen nur noch ein bißchen „dekonstruieren“ – und schon ist Schach der reinste Frauensport. Ich erinnere noch mal daran, daß nahezu sämtliche Gender-Professuren von „als weiblich gelesenen“ Menschen – so heißt das heute – ausgefüllt werden. Das nur mal zum Thema Rationalität und Vernunft.

Als Mann bin ich übrigens ziemlich froh darüber, daß Frauen essentiell anders sind als Männer. Das nur nebenbei. Man kann es aber auch mit weiblicher Irrationalität und Unvernunft übertreiben. Feministinnen legen in dieser Disziplin regelmäßig neue Benchmarks vor.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß die Gender-Tanten an den Universitäten zumeist lesbisch sind? Kann man ja ruhig mal sagen. Vielleicht fehlt diesen Damen einfach ein bißchen „hetero-normativer“ Erfahrungshorizont. Ulrike macht auch nicht gerade den Eindruck, als ob sie dem Manne zugeneigt sei.

Man muß schon extrem gehirngewaschen und intellektuell paralysiert sein, wenn man an die „Konstruktion von Geschlecht“ glaubt. Und wahrscheinlich ist das, was ich hier tue, auch ein „Haßverbrechen“. Man fühlt sich bei diesen Gender-Zombies in der Tat an die geschlossenen, paranoiden Glaubenssysteme von Sekten erinnert.

Wenn die evangelische Kirche in Deutschland nicht unter die Kreationisten gegangen ist, sollte sie sich mal in einer ruhigen Minute vergegenwärtigen, daß evolutionsbiologisch gar nichts anderes möglich ist, als daß Mann und Frau gegensätzlich und komplementär ausgerichtet sind. Alles andere wäre das achte Weltwunder. Aber vielleicht will uns Ulrike Auga ja mit diesem pseudowissen-schaftlichen Unsinn, dessen einziges Argument eine gefühlte Progressivität ist, nur beweisen, wie irrational das Weib eigentlich ist.

Noch eine Kostprobe der sicherlich gutbezahlten – warum wird sie eigentlich nicht „Thealogin“ genannt? Triggerwarnung: Schlimmster Gender-Okkultismus mit Höchstwerten im Blablameter!

In der postsäkularen, globalisierten Gesellschaft, in der friedliches Zusammenleben durch Neoliberalismus und lebensfeindliche Macht- und Körperpolitiken bedroht wird, bedeutet öffentliche religiöse Performanz ein unverzichtbares Potential für das Aufbrechen hierarchisierender, interagierender Kategorien – in der Forschung werden sie intersektionale Kategorien genannt – wie „Geschlecht“, „Sexualität“, „Nation“, „Race“, „Klasse“, „körperliche Befähigung“ und „Religion“.

IIn der Sichtbarkeit, körperlichen Ko-Präsenz und Materialität öffentlicher Gottesdienste manifestiert sich die „offizielle Konsenstheologie“ einer Gemeinschaft performativ. Gerade hier werden die Affirmation und das Sichtbarmachen nicht-traditioneller Fürsorgebeziehungen, das Empowerment von Beziehungen, Lebensentwürfen und von Subjektpositionen, die vom Mainstream abweichen, greifbar.

Es kann nicht mehr lange dauern, bis die WHO „Gender“ als Geisteskrankheit einstuft. Erfreulicherweise sind nur Akademiker davon betroffen.

Genauso, wie die Zeitungen mit der ungeheuer beliebten Gendersprache und feministischen Fake News ihren Auflagen-schwund zu stoppen gedenken, wird die Evangelische Kirche Deutschland mit Regenbogenfahnen und Gottesdiensten in „gerechter Sprache“ vermutlich den Mitgliederschwund stoppen.

Wer‘s glaubt, wird selig.

Junge ARD-Journalistin polemisiert gekonnt gegen Gendersprache

Jüngst wurde ich bei der Google-News-Suche mit dem Begriff „Gendersprache“ auf ein Twitter-Video aufmerksam, in dem sich eine Volontärin des Bayerischen Rundfunks gegen die Gendersprache ausspricht.

 

 
Das Video ist insofern sehenswert und besonders, als Julia Ruhs den Gender-Unsinn nicht auf die blutleere, intellektuelle Tour zerpflückt, wie das leider häufig der Fall ist, sondern vor allem auf das unmittelbare emotionale und ästhetische Empfinden rekurriert. Sie zeigt, wie lächerlich und weltfremd der Gender-Firlefanz ist, was für ein elitär-verschrobenes Projekt diese ganze Chose ist.

Blutleer und intellektuell sind Gender-Kritiken dann, wenn sie etwas abgehoben und akademisch darauf verweisen, daß das grammatische Geschlecht im Deutschen nicht zwingend identisch sei mit dem biologischen. Das stimmt schon, trifft das Problem mit der Gendersprache aber nur sehr unzureichend, wie ich zu gegebener Zeit auf diesem Blog noch ausführen werde.

Entscheidend ist, daß der Gender-Dialekt schlicht und einfach dem Sprachgefühl widerspricht. Und dieses Sprachgefühl ist eben nichts Arbiträres, sondern unsere Mutter-Sprache. Es handelt sich um intuitive, unbewußte Strukturen, die in den ersten Jahren unseres Lebens entstehen. Daher ist es auch logisch, daß Kinder und Jugendliche gar nicht „gendern“ können. Denn dazu muß man sich a) anstrengen und b) genug pseudointellektuellen Wust im Kopf haben, um diese unglaubliche Schwachsinnssprache vor sich selbst überhaupt legitimieren zu können.

Kinder und Jugendliche haben noch nicht die Fähigkeit, derartig ihre natürlichen Gefühle zu verleugnen, wie das bei Erwachsenen, speziell Akademikern, der Fall ist.

Aber das erzähle man mal einem dieser völllig verblendeten Professoren von der Gender-Front, die von ihrer moralischen Mission besessen sind.

Das Twitter-Video von Julia Ruhs ist auch insofern lehrreich, als sich im Kommentarbereich eine Menge Leute tummeln, die noch mal unfreiwillig und in aller Deutlichkeit zeigen, wie wenig Ahnung Fans der Gendersprache von der Materie haben. Bevor ich aber hier exemplarisch mal einige dieser Kommentare aufgreife und durchkaue, seien noch mal kurz die Hauptargumente von Julia Ruhs aufgelistet:

  • die Gendersprache hat keinerlei Basis im Sprachgefühl, den       tiefsitzenden Sprachkonventionen
  • die Gendersprache wird nur in einer elitären „akademischen       Wohlfühlblase“ praktiziert
  • der Pöbel versteht nur Bahnhof
  • daher vertieft sich die Spaltung der Gesellschaft
  • entgegen der unfaßbar idiotischen Behauptung von Gender-       Sektenmitgliedern ist die „geschlechtergerechte Sprache“ eben kein       natürlicher Sprachwandel, sondern völlig künstlich
  •  

    Das sind im wesentlichen auch die wichtigsten „Argumente“ gegen den Genderwahn. Ich schreibe „Argumente“ hier in Anführungszeichen, da es sich genaugenommen um gesunde, intuitive Empfindungen handelt, über die jeder Mensch verfügt, der sich nicht durch die pseudointellektuelle, schöngeistige Welt linker Akademiker blenden läßt.

    Wir haben es ja im Grunde mit einer perversen Form der Intellektualität zu tun, wie sie heutzutage an der Universität üblich ist. Einer Intellektualität, die nicht geerdet ist, die den Kontakt zum normalen Alltag verloren hat und sich hauptsächlich in wohlfeilen, abstrakten Phrasen gefällt, mit denen man bei anderen Mitgliedern dieses Milieus Eindruck schinden kann.

    Manche bezeichnen dieses Phänomen auch einfach als Gutmenschentum. Was natürlich postwendend zu einer „Verurteilung“ dieses Begriffes führte, den man schnell zum „Unwort des Jahres“ erklärte. Die für dieses Verdikt verantwortliche Jury besteht ironischerweise aus genau demselben Typus phrasenverliebter moralischer Narzißten, der uns auch die Gendersprache eingebrockt hat und der sich nun durch den Begriff des Gutmenschen ertappt fühlt.

    Es geht seinen Gang, würde der DDR-Schriftsteller Erich Loest sagen.

    Das vermeintliche Gutsein ist für dieses Milieu ein Fetisch, sodaß es überwiegend leicht zu widerlegenden intellektuellen Schrott produziert, es aber selbst nicht merkt.

    Aber nun zu der versprochenen Abhandlung über die äußerst dürftigen Begründungen der Gendersprachen-Befürworter. Der erste Kommentar unter dem Video lautet wie folgt:

    Die Behauptung, Gendern sei kein natürlicher Sprachwandel ist kompletter Unsinn und zeigt, dass sich @juliaruhs kaum damit beschäftigt hat. Es gibt im Deutschen nunmal für fast alles auch die weibliche Form *innen. Und nicht erst seit gestern, sondern seit 1000 Jahren.

    So intellektuell scheint das Gender-Milieu dann doch nicht zu sein, wie ich eben behauptete. Das ist schon erschreckend primitiv. Denn in der Debatte geht es ja nicht um weibliche Endungen an sich, sondern um deren überflüssige, künstliche und inflationäre Verwendung. Um den politischen Mißbrauch von Sprache.

    Der obige Herr glaubt also, Gender-Sternchen, Unterstriche, Gerundien, Doppelnennungen und allerlei anderen Unsinn als natürlichen Sprachwandel bezeichnen zu können, weil es schon seit eh und je weibliche Endungen gebe. Das ist das intellektuelle Niveau der Gendersprachler.

    Übrigens nicht nur von dahergelaufenen Twitter-Proleten wie in diesem Fall, sondern auch von waschechten Professoren der Gender-Front. Aber dazu später mehr.

    Auch ich verwende natürlich gerne weibliche Endungen. Aber eben nur dort, wo es die Konventionen auch gebieten, wo es dem natürlichen Sprachgefühl entspricht.

    Man muß sich schon extrem dummstellen, um einen Kommentar wie den obigen ablassen zu können. In dieser Art argumentieren eigentlich alle Befürworter der Gendersprache. Das passiert, wenn das vermeintliche Gutsein, der Zeitgeist den Lebenszweck eines Menschen darstellen.

    Der obige, begriffsstutzige Kommentar war dem Nutzer vermutlich selbst peinlich, denn er ließ sich – auch nach intensiver Suche – nicht mehr wiederfinden und wurde wohl gelöscht. Glücklicherweise hatte ich den Wortlaut bereits in einer Textdatei gespeichert.

    Aber nun zum nächsten Twitter-Experten für eine gerechtere Welt:

    Ein typisches Merkmal der Gender-Ideologie und aller Ideologien überhaupt sind die völlig willkürlichen und herbeiphantasierten Behauptungen, die das Glaubenssystem stützen sollen.
    Es gibt keinerlei Belege dafür, daß „Inklusion“ von der Gendersprache abhängig wäre. Es gibt auch keinerlei Belege dafür, daß man Frauen gegenüber respektvoller wäre, wenn man bis zur Vergasung gendert.

    Und daß alle Sprache angeblich „erfunden“ wurde, daran glaubt wohl nur Claire im Wunderland.

    Es erübrigt sich hier zu betonen, daß es neben vielen Frauen auch diverse „Diverse“ gibt, die die Gendersprache keineswegs für eine Wohltat, sondern für Unsinn halten. Darüberhinaus scheinen die Gender-Wortmißgeburten auch für Ausländer und Sehbehinderte nicht gerade der „Inklusion“ dienlich zu sein.

    Aber das alles will natürlich nicht so recht in das schöne Glaubens-system der Gender-Utopisten passen.

    Dieser Tweet ist ein schönes Beispiel für die häufig sehr infantile Geisteshaltung der Gender-Fanatiker – und für deren totalitären Habitus. Diese Leute phantasieren sich alles Mögliche im Pippi-Langstrumpf-Modus herbei, nur um sich „gut“ und „fortschrittlich“ fühlen zu können. Na ja, die Dame ist noch jung.

    Ideologien leben letztlich immer davon, daß pauschal etwas „Gutes“ auserkoren wird – und diesem „Guten“ genauso pauschal etwas „Böses“ entgegengestellt wird. Die Begründungszusammenhänge und die Konstruktionen dieses „Guten“ und „Bösen“ sind zumeist beklemmend dumm und willkürlich, aber sie befriedigen das tiefe Bedürfnis, zu den „Guten“ zu gehören und das „Böse“ hassen und bekämpfen zu dürfen.

    Dieser Gut-Böse-Dynamik wird alles untergeordnet, sodaß die meisten Gender-Esoteriker intellektuell nicht mehr erreichbar sind. Das vermeintliche Gutsein wird zum Fetisch, zur fixen Idee. Das ist die DNA aller Ideologien. Völlig egal, ob sie einen linken oder einen rechten Anstrich haben.

    Wer es wagt, das Gute zu hinterfragen, ist dann folgerichtig ein Häretiker oder eben ein Frauenfeind. Irgendetwas Böses jedenfalls, das bekämpft werden muß. Es wäre zu schmerzlich, sich den eigenen Verleugnungszustand eingestehen zu müssen.

    Diese Dynamik erklärt, warum das, was Befürworter der Gendersprache als „Argumente“ präsentieren, derartig schlicht und undurchdacht ist. Im Grunde ist es die Angst, erwachsen zu werden und das vermeintlich Gute infrage zu stellen.

    Aber dieser Artikel soll nicht in eine tiefenpsychologische Therapie-stunde ausarten. Mehr dazu bei Alice Miller.

    Es ist jedenfalls erschreckend, auf was für eine extrem billige – nämlich rein formalistische – Weise Gender-Fans das generische Maskulinum zur Ausgeburt des Bösen erklären, das Frauen angeblich nicht repräsentiere, obwohl unsere Diktion tagtäglich das Gegenteil beweist.

    Aber wie gesagt: Solch herbeikonstruierte, simple Gut-böse-Schemata sind die Essenz jeder Ideologie.

     

    Unter dem Video von Julia Ruhs hat sich übrigens auch noch ein ausgemachter Professor für Literaturwissenschaft zu Wort gemeldet. Man sollte aber nicht meinen, daß dessen Ausführungen wesentlich klüger wären als die der beiden Twitter-Proleten, die hier bereits zu Wort kamen.

    Eigentlich sollte der Verriß dieser Äußerungen den Höhepunkt dieses Blogartikels darstellen. Denn der Professor blamiert sich wirklich sehr professionell. 🙂

    Ich wollte aber nicht, daß sich dieser Artikel zu sehr in die Länge zieht, und werde daher den Professor noch einmal gesondert zu Wort kommen lassen. Man hält es nicht für möglich, was ausgemachte „Wissenschaftler“ für einen Quatsch absondern können, sobald sie zur Gender-Religion konvertiert sind.

    Bis dahin vergnüge man sich mit den anderen Freunden der Gendersprache, die sich brutalstmöglich unter dem Video von Julia Ruhs tummeln.

    So wie dieser hier:

    Oder dieser:

    Britta freut sich über mehr „#Vielfalt #Geschlechtergerechtigtkeit“

    Na, da freuen wir uns doch mal mit der lieben Britta. Endlich dürfen wir im Bundestag Gender-Sterne und weiteres Gedöns verwenden. Das Patriarchat ist kurz vor seinem wohlverdienten Ende.

    Denn wir wissen ja: Sprache bestimmt unser Bewußtsein. Durch Sprache wird die Wirklichkeit erst zur Wirklichkeit. Bombardiert man uns also nur lange genug mit Gender-Sternen, Gender-Lücken, Gender-Gerundien und anderen ätzenden Überflüssigkeiten, so werden selbst die renitentesten alten, weißen Männer zu kastrierten Lila-Pudeln.

    Interessant ist, daß diese Frau offenbar wirklich glaubt, Gender-Sterne und anderes Gedöns seien tatsächlich „geschlechtergerecht“. Also sie nimmt diesen Begriff offenbar völlig ernst. Sie ist augenscheinlich noch nie auf die Idee gekommen, dieses Konstrukt zu hinterfragen. Dabei sind doch gerade viele Linke wahre Experten im Dekonstruieren.

    Britta Haßelmann ist übrigens Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Solch kompetente Damen spült die Frauenquote also in die Bundespolitik.

    Dieselbe Britta rätselt vermutlich auch, woher der schlimme Rechtspopulismus kommt und was es mit der grassierenden Politikverdrossenheit so auf sich hat, wo Britta doch so tolle Sachen im Bundestag macht.

    Ein relativ alter, weißer Mann kann nicht anders und übt sich in männlich-dominantem Verhalten angesichts von Brittas Freudentweet:

    britta-hasselmann-twitter-gender-stern-bundestag

    Der Kampf gegen das Patriarchat muß wohl noch ein bißchen weiter gekämpft werden.

    Und Britta ist ganz vorn dabei.

    Gendern, bis der „Virolog_in“ kommt

    Heute Morgen hörte ich im Deutschlandfunk die Sendung „Informationen und Musik“, in der leider die üblichen Lügen und Heulsusenhaftigkeiten zum internationalen Frauentag feist und rührselig dargebracht wurden.

    In ihrer verlogenen und kenntnisfreien Anmoderation, die nicht das geringste kritische Bewußtsein gegenüber den pauschalen feministischen Opferkonstruktionen erkennen ließ, verwendete die Deutschlandfunk-moderatorin Birgid Becker auch ohne Sinn und Verstand die Gender-Lücke.

    Hier die betreffende Passage:

    Auch im vergangenen März gab es einen Frauentag unter Corona-Einfluß. Damals mußte man aber schon Hellseher_in oder zumindest Virolog_in sein, um abzusehen, wie sehr uns die Pandemie auch weiterhin im Griff haben würde.

    Ich zumindest vermisse hier die männliche Form „Virologe“ und empfinde als Mann eine gewisse sprachliche Marginalisierung durch den Deutschlandfunk, was nicht gerade meine Gebührenzahlfreudigkeit erhöht.

    Das Gender-Monster „Virolog_in“, das wir hier vorgesetzt bekommen, hört sich zwar verdammt progressiv und rebellisch an, scheint aber nicht besonders „geschlechtergerecht“ zu sein. Da hätte man vorher vielleicht mal etwas nachdenken sollen.

    Ähnlich wie der Ablaßhandel zu Luthers Zeiten funktioniert auch der sprachliche Ablaßhandel im Gender-Zeitalter. Man entlastet sein Gewissen, indem man möglichst penetrant, möglichst bescheuert und möglichst oberflächlich den Gender-Dialekt praktiziert.

    Ob dieser Kult dann auch wirklich den pathetisch formulierten und exklamierten Idealen gerecht wird, ist eher zweitrangig. Hauptsache, man benutzt die hippen, kryptischen Gender-Chiffren, die einen zum Teil der Avantgarde werden lassen. Zumindest in der Einbildung.

    Mir als Mann gehen die hier geschilderte sprachliche Diskriminierung und das Unsichtbarmachen von Männern durch den Deutschlandfunk natürlich am Gesäß vorbei. Aus satirischen Gründen habe ich mich in diesem Artikel mal wie eine weinerliche Feministin aufgeführt.

    Um uns Männer und diskriminierte Virologen geht es hier nicht. Es geht darum, wie irre Gutmenschen unsere Sprache zerstören – sowohl schriftlich als auch phonetisch. Es ist ein wahres Grauen, sich die Wortmonster mit den ostentativen Gender-Lücken im Radio anhören zu müssen. Und der erzieherische, pseudoprogressive Tonfall der Moderatoren tut sein Übriges.

    Der männliche Virologe, der im obigen Zitat zugunsten der „geschlechtergerechten Sprache“ dran glauben mußte, ist noch das allergeringste Problem. Erschreckend ist, daß die Moderatoren, die Redakteure, die Verantwortlichen unserer Radio- und Fernsehsender offenbar nicht erkennen, wie sehr sie unsere Sprache ästhetisch und orthografisch verkrüppeln im Namen eines angeblichen Fortschrittes.

    Und wie unfaßbar lächerlich diese Gender-Nummer ist.

    Nicht ganz geschlechtergerechte Sprache auf „Spiegel Online“

    Schockiert las ich jüngst auf „Spiegel Online“, wie eine Autorin in einem Artikel über Lebenskrisen und Resilienz das generische Maskulinum verwendete und damit unzählige Frauen diskriminierte.

    Zunächst schreibt Redakteurin Elisabeth Schönert brav von „jedem und jeder“, die es treffen könne. Wunderbar! Auch ich als Mann fühle mich hier verbal angesprochen und sprachlich respektiert. So soll es sein.

    spiegel online geschlechtergerecht gendersprache

    Dann aber dieser Fauxpas:

    Auf dem Gipfel des Erfolgs reißt es einen hinunter in eine tiefe Krise.

    Das hat mich schon schockiert, daß „Spiegel Online“ hier so fahrlässig mit unserer Sprache umgeht. Wie sollen sich Frauen von einem Satz repräsentiert fühlen, in dem nur von einem die Rede ist, nicht aber von einer?

    „Spiegel Online“ ist noch weit entfernt von einem gendersensiblen Sprachbewußtsein. Männliche Formen verstecken sich auch in den hintersten Ecken unserer schönen, aber leider korrekturbedürftigen deutschen Sprache. Man denke nur an diskriminierende Wörter wie „Arztpraxis“ oder „Freundschaft“. Es wird Zeit, daß Angela Merkel einen großen, überparteilichen Gender-Gipfel einberuft, um aus der Männersprache Deutsch endlich eine gerechte Sprache zu machen. Dieses Thema darf sie nicht den Sozialdemokraten überlassen.

    Aber Spaß beiseite: Eine der dümmsten Formulierungen des Genderwahns ist wohl „jeder und jede“ – als „geschlechtergerechter“ Ersatz für „jeder“. Wie verpeilt muß man sein, um so etwas schreiben oder sagen zu können? Wie ideologisiert muß man sein, wenn man sich als Frau vom Satz „Es kann jeden treffen.“ nicht repräsentiert fühlt?

    Gerade an solchen Konstruktionen wie „jeder und jede“ zeigt sich die Redundanz der Gendersprache. Denn beim Wort „jeder“ assoziieren wir noch viel weniger nur oder überwiegend Männer als z.B. beim Wort „Bürger“. Das Wort „jeder“ ist von der Assoziation her so geschlechtsneutral, wie es nur irgend sein kann. Gerade weil es im Gegensatz zu „Bürger“, „Lehrer“ oder „Patient“ eben nie in einem konkret männlichen Sinne gebraucht wird.

    Auch an solchen Momenten erkennt man, was für ein paranoides Wahngebilde diese sogenannte geschlechtergerechte Sprache ist.

    Feministische Sprachwissenschaftler versuchen ja beständig, mit gekünstelten Experimenten und realitätsfernen Beispielsätzen, die tatsächlich zu stärkeren männlichen Assoziationen führen, unsere Alltagssprache als „sexistisch“ zu denunzieren. Dumm nur, daß viele dieser konstruierten Sprachsituationen selten bis nie im Alltag stattfinden.

    Davon abgesehen geht es niemanden etwas an, was wir in unserem Alltag oder sonstwo assoziieren. Jeder hat das Recht, sich so viele alte, weiße Männer vorzustellen, wie er möchte. Zudem assoziieren wir im Sprachalltag eben gerade nicht ständig bewußt drauf los und stellen uns neurotische Fragen zur „Geschlechterrepräsentanz“. Vielmehr sind wir dem generischen Maskulinum schlicht und einfach dankbar dafür, daß es das Sprechen so einfach macht.

    Es ist schon merkwürdig, daß die Gendersprache nicht als feministische Neurose von Frauen mit Minderwertigkeitskomplexen erkannt und auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt wird.

    Die Experimente der Gender-Linguisten sind also eben gerade nicht auf die Alltagssprache übertragbar. Das sind zwei völlig verschiedene Welten. Wie zwanghaft und orwellesk sind diese „Wissenschaftler“ drauf, daß sie überhaupt auf die Idee kommen, derartig plump unsere Alltagssprache zu denunzieren und verändern zu wollen?

    Vielleicht liegt es ja daran, daß diese Leute keine Linguistik betreiben, sondern „feministische Linguistik“. Sie selbst nennen das so. Echte Wissenschaftler würden nämlich anerkennen, daß unsere Sprache schlicht und einfach funktioniert – statt sich krude Experimente auszudenken, deren Ergebnisse in jedem Fall irrelevant sind.

    Echte Wissenschaftler hätten auch so viel Grips, sich zu fragen, warum sich unsere Sprachpraxis nicht die Bohne für die Ergebnisse feministischer Sprachexperimente interessiert. Nur feministische Linguistinnen schaffen es ja offenbar, daran zu glauben, daß Menschen ohne Abitur auch nur einen Deut von ihrer Diktion abwichen, weil man an der Uni angeblich „bewiesen“ habe, daß das generische Maskulinum zu weniger „gedanklicher Repräsentation von Frauen“ führe.

    Immerhin zeigen diese Pseudowissenschaftler mit diesem Gebaren, daß sie in einer realitätsfernen Blase leben, sich maßlos selbst überheben und besser in einer Diktatur oder Sekte aufgehoben wären. Sollen diese Leute ihren Studenten doch mal einen Satz wie diesen hier vorlegen:

    Jeder ist herzlich eingeladen.

    Die Assoziationen wären mal interessant. Aber eben auch letztlich egal.

    Weil Forschung eben nicht dazu da ist, Sprachinquisition zu betreiben und Geld zu verplempern für solch lächerliche Studien, die letztlich nur dazu dienen, feministische Ideologie zu stützen. Kein normaler Mensch käme auf die Idee, unsere Sprache, die sich tagtäglich bewährt, für illegitim zu erklären und sich zu einem linguistischen Dr. Frankenstein aufzuspielen.

    Die Gender-Esoteriker meinen ja, mit ihren weltfremden Spielereien eine „gerechte Sprache“ zu erschaffen, die aber doch nie lebensfähig sein wird. Frankensteins Monster hat Geschwister im Reich der Sprache bekommen: Sie heißen Gender-Sternchen, Professx, Studierx, Binnen-I und Gender-Gap.

    Die Gender-Alchimisten versuchen ihrer Kunstsprache genauso Leben einzuhauchen wie Dr. Frankenstein seiner Kunstkreatur.

    Und man muß sich an dieser Stelle immer wieder fragen: Glauben diese Spinner wirklich, daß ihre monströsen Schöpfungen je auch nur den Hauch einer Überlebenschance hätten? Der Gender-Schwachsinn dieser Leute zeugt schon von einem enormen, weltfremden Narzißmus. Man wundert sich, was die Universität für ein Ort ist, wenn solche Sektierer dort ihren Unsinn verbreiten dürfen.

    Zu der absurden Redundanz der Gendersprache, wie sie sich bei „jeder und jede“ zeigt, gesellen sich noch zwei andere Aspekte: Inkonsequenz und Inkompetenz.

    Denn häufig betreiben Journalisten und öffentliche Personen zwar brav ihren feministischen Ablaßhandel, indem sie die Gendersprache anwenden, dies aber nur sehr halbherzig und inkompetent tun.

    Der oben zitierte Satz müßte also – wenn die Postulate der geschlechtergerechten Sprache wirklich ernst gemeint sind – wie folgt lauten:

    Auf dem Gipfel des Erfolgs reißt es einen oder eine hinunter in eine tiefe Krise.

    So gendergerecht will man es dann aber auch wieder nicht. Man will sich ja nicht lächerlich machen. Wobei Feministinnen durchaus solche Sätze fabrizieren. Denen ist nichts peinlich.

    Wenn man also bei „Spiegel Online“ in Hamburg wirklich das Sturmgeschütz der „Geschlechtergerechtigkeit“ sein will, dann muß man schon etwas mehr bieten in Sachen Konsequenz und Kompetenz bei der Anwendung des Gender-Unsinns.

    Davon abgesehen fragt man sich besorgt, was mit all den „anderen Geschlechtern“ ist, die sich nicht durch „jeder und jede“ oder „einen und eine“ repräsentiert fühlen mögen.
    Wenn es diese „Geschlechter“ wirklich gibt – und Gender-Forscher glauben fest daran -, dann muß ein modernes Medium wie „Spiegel Online“ sie doch auch repräsentieren.
    Was sagt die Gleichstellungsbeauftragte im Verlag dazu? Ein „Leitfaden“, eine „Empfehlung“ muß her. Mindestens aber ein öffentliches Bekenntnis zu „inklusiver Sprache“ und mehr „Gendergerechtigkeit“.

    Ich persönlich glaube, die Archäologen und Historiker der Zukunft werden mal so auf den Gender-Quatsch schauen wie wir heute auf Hexenwahn, Voodoo-Kult und Alchimie.

    „Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer“

    Heute hörte ich in den Nachrichten vom Deutschlandfunk, daß es eine Debatte darum gebe, inwieweit LKW-Fahrer schuld seien am Verkehrschaos auf der A2. Schließlich waren viele von ihnen angesichts der winterlichen Wetterlage illegal auf der Autobahn unterwegs.

    In der Meldung war dann tatsächlich von „LKW-Fahrerinnen und – Fahrern“ die Rede. Das nennt man wohl „geschlechtergerecht“.

    Aber ist es auch realitätsgerecht – mal abgesehen von der nervtötenden Redundanz dieser Kunstformulierung?

    Sicherlich gibt es irgendwo auf diesem Planeten auch LKW-Fahrerinnen. Die heißen dann Trucker Babes oder so. Ich selber habe aber noch nie so ein Babe gesehen.

    Man ist ja vom Deutschlandfunk mittlerweile einiges gewohnt. Die ganze Palette „geschlechgtergerechter“ Phantasieformen ist dort zu hören – von den „Mitarbeitenden“ oder den „Forschenden“ über die „Künstler:innen“ bis zu den „Ärztinnen und Ärzten“. Auch die altbekannten feministischen Narrative und Lügen sind im Programm omnipräsent.

    Die Redaktion dort dürfte sich ziemlich progressiv, frauenfreundlich und am Puls der Zeit fühlen. Aber muß das Streben nach sprachlicher „Gleichstellung“ wirklich so weit gehen, daß man in einer kurzen Nachrichtenmeldung von „LKW-Fahrerinnen und -Fahrern“ spricht?

    Man stelle sich mal vor, wie so eine Meldung in den Siebzigerjahren aufgenommen worden wäre. Wahrscheinlich hätten die Hörer das als Gag verstanden und irgendeinen Komiker dahinter vermutet.

    Interessanterweise sah die Meldung im Nachrichtenüberblick auf der Webseite so aus:

    lkw-fahrerinnen-deutschlandfunk-gendersprache

    Ich dachte immer, das generische Maskulinum grenzt Frauen aus, macht sie unsichtbar.

    Im Volltext dieser Nachricht ist dann dies zu lesen:

    Das Verkehrschaos auf der Autobahn 2 ist offenbar maßgeblich durch Lkw-Fahrerinnen und -fahrer verursacht worden.

    Wer weiß das schon so genau? Kann der Deutschlandfunk garantieren, daß auch heiße Trucker Babes unter den Regelbrechern auf der A2 waren? Zumal Frauen doch auch die besseren Menschen und weniger delinquent sind?

    Man kommt wirklich in Teufels Küche mit dieser Gendersprache.

    Weiter unten steht dann dies:

    Der Bundesverband Güterverkehr teilte indes mit, Schuld seien vielfach Kommunikationsprobleme gewesen. Ukrainische, belarussische, kasachische Fahrer könnten Schilder in lateinischer Schrift teilweise nicht lesen, geschweige denn deutsche Verkehrsdurchsagen verstehen, erklärte ein Sprecher. Kein Fahrer fahre freiwillig in einen nächtlichen Dauerstau.

    Hier sind also wieder zwei ziemlich geschlechterungerechte generische Maskulina zu lesen. Da könnte sich das eine oder andere Trucker Babe diskriminiert fühlen. Andererseits sind LKW-Fahrerinnen eher selten Akademiker und dürften daher wohl kaum an intellektuellen Neurosen wie der „geschlechtergerechten Sprache“ leiden.

    Gehört es wirklich zum Sendeauftrag des Deutschlandfunks, uns Hörer darüber zu informieren, daß möglicherweise auch ein paar LKW-Fahrerinnen unter den Regelbrechern waren?

    Der eigentliche Informationswert dieser Meldung besteht ja nicht darin, daß Männer und eventuell auch Frauen in den LKWs saßen, sondern daß diese LKWs illegal auf der Autobahn fuhren und eventuell Chaos verursacht haben. Ob da nun Männer oder Frauen drin waren, interessiert eigentlich nicht im geringsten.

    Es muß uns ja auch niemand erklären, daß die Bürger eines Landes oder die Schüler einer Schule auch aus Menschen weiblichen Geschlechts bestehen. Das ist eine irrelevante und redundante Information, die der ungebildete und geschlechterungerechte Pöbel deshalb einfach wegläßt.

    Er hat einfach nicht die geistigen Fähigkeiten und den moralischen Narzißmus, um sich besonders komplizierte und überflüssige Formulierungen auszudenken, wie das nur Akademiker vermögen. Nur Akademiker verfügen auch über genug Größenwahn, sie hätten die Autorität, unsere Sprache zu „verbessern“, „gerechter“ zu machen und die Diktion ihrer Mitmenschen für überholt und „sexistisch“ zu erklären.

    Nun ja. Immerhin beglückt uns der Deutschlandfunk mit dem sehr kulturgerechten „belarussisch“. Das macht einiges wett. Schließlich wollen wir unsere Freunde aus „Belarus“ nicht mit dem schlimmen Wort „weißrussisch“ diskriminieren. Es gibt viel zu tun, um unsere Sprache gerechter zu machen.

    Ach wäre der Deutschlandfunk doch ebenso konsequent mit der Ausmerzung des generischen Maskulinums wie mit der Ausmerzung der schlimmen Begriffe „Weißrußland“ und „weißrussisch“.

    Nichtsdestotrotz, der Deutschlandfunk ist auf einem guten Weg, unsere Sprache gerechter und sensibler zu machen. Die Redaktion darf sich gut und progressiv fühlen.