Gendern, bis der „Virolog_in“ kommt

Heute Morgen hörte ich im Deutschlandfunk die Sendung „Informationen und Musik“, in der leider die üblichen Lügen und Heulsusenhaftigkeiten zum internationalen Frauentag feist und rührselig dargebracht wurden.

In ihrer verlogenen und kenntnisfreien Anmoderation, die nicht das geringste kritische Bewußtsein gegenüber den pauschalen feministischen Opferkonstruktionen erkennen ließ, verwendete die Deutschlandfunk-moderatorin Birgid Becker auch ohne Sinn und Verstand die Gender-Lücke.

Hier die betreffende Passage:

Auch im vergangenen März gab es einen Frauentag unter Corona-Einfluß. Damals mußte man aber schon Hellseher_in oder zumindest Virolog_in sein, um abzusehen, wie sehr uns die Pandemie auch weiterhin im Griff haben würde.

Ich zumindest vermisse hier die männliche Form „Virologe“ und empfinde als Mann eine gewisse sprachliche Marginalisierung durch den Deutschlandfunk, was nicht gerade meine Gebührenzahlfreudigkeit erhöht.

Das Gender-Monster „Virolog_in“, das wir hier vorgesetzt bekommen, hört sich zwar verdammt progressiv und rebellisch an, scheint aber nicht besonders „geschlechtergerecht“ zu sein. Da hätte man vorher vielleicht mal etwas nachdenken sollen.

Ähnlich wie der Ablaßhandel zu Luthers Zeiten funktioniert auch der sprachliche Ablaßhandel im Gender-Zeitalter. Man entlastet sein Gewissen, indem man möglichst penetrant, möglichst bescheuert und möglichst oberflächlich den Gender-Dialekt praktiziert.

Ob dieser Kult dann auch wirklich den pathetisch formulierten und exklamierten Idealen gerecht wird, ist eher zweitrangig. Hauptsache, man benutzt die hippen, kryptischen Gender-Chiffren, die einen zum Teil der Avantgarde werden lassen. Zumindest in der Einbildung.

Mir als Mann gehen die hier geschilderte sprachliche Diskriminierung und das Unsichtbarmachen von Männern durch den Deutschlandfunk natürlich am Gesäß vorbei. Aus satirischen Gründen habe ich mich in diesem Artikel mal wie eine weinerliche Feministin aufgeführt.

Um uns Männer und diskriminierte Virologen geht es hier nicht. Es geht darum, wie irre Gutmenschen unsere Sprache zerstören – sowohl schriftlich als auch phonetisch. Es ist ein wahres Grauen, sich die Wortmonster mit den ostentativen Gender-Lücken im Radio anhören zu müssen. Und der erzieherische, pseudoprogressive Tonfall der Moderatoren tut sein Übriges.

Der männliche Virologe, der im obigen Zitat zugunsten der „geschlechtergerechten Sprache“ dran glauben mußte, ist noch das allergeringste Problem. Erschreckend ist, daß die Moderatoren, die Redakteure, die Verantwortlichen unserer Radio- und Fernsehsender offenbar nicht erkennen, wie sehr sie unsere Sprache ästhetisch und orthografisch verkrüppeln im Namen eines angeblichen Fortschrittes.

Und wie unfaßbar lächerlich diese Gender-Nummer ist.

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