Vor ein paar Tagen in den „Informationen am Morgen“ im Deutschlandfunk: Die übliche kryptische Gender-Folklore in einem Beitrag über ein bekanntes asoziales Netzwerk und seinen kurzzeitigen Kollaps. Aber bevor es zur Gender-Sache geht, kurz noch dies. Der Beitrag fängt so an:
Für Facebook war der Ausfall ein technisches Disaster.
Gibt es eigentlich noch irgendwelche Audio-Journalisten, die das deutsche Wort Desaster richtig aussprechen können? Mir begegnen eigentlich kaum noch welche. Allerorten hört man eine anglophile Variante, welche nicht den besten Eindruck hinsichtlich der Sprachkompetenz der Medienmeute hinterläßt.
Aber nun zum Gender-Thema. In dem betreffenden, knapp zwei-minütigen Beitrag ist zweimal von „Facebook-Mitarbeitenden“ die Rede:
Die Facebook-Mitarbeitenden hatten plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihre eigenen E-Mails.
Und:
In den ersten Stunden nach dem Ausfall war es vielen Face-book-Mitarbeitenden nicht möglich, die unternehmenseigenen Systeme zu nutzen.
Was wären wir nur ohne die Geschlechtergerechtgläubigen, die in solch einer Nachrichtenmeldung ihr eminent wichtiges Anliegen an den Mann bringen und uns darüber aufklären, daß sich unter den Mitarbeitern von Facebook womöglich auch Frauen tummeln? Das habt Ihr wirklich toll gemacht. Fein fein.
Beim ersten Zitat handelt es sich übrigens um die übersetzte Stellungnahme einer US-Technikexpertin von der „New York Times“ und man darf bezweifeln, ob sie im englischen Original ein Gerundium gebrauchte.
Es ist sowieso ein Ding für sich, was unsere genderbegeisterten Qualitätsjournalisten aus englischen und anderen Originalen herausdestillieren. Sie fühlen sich ziemlich häufig dazu bemüßigt, geschlechtsneutrale Formen wie z.B. „journalists“ oder „teachers“ in ein gegendertes Kunstdeutsch zu drechseln, anstatt wie früher selbstverständlich das generische Maskulinum zu gebrauchen.
Na, wenn das mal keine Zivilcourage ist.
Die ulkigen Gender-Gerundien sind ja sowieso schon eine Zumutung für sich. Noch schlimmer hören sie sich aber in zusammengesetzten Wörtern an: Umweltschützende, Psychologiestudierende oder eben Facebook-Mitarbeitende.
Das ist eine derartig kranke und gewollte Kunstsprache, daß ich mich immer wieder frage: Wie grenzenlos dumm und angepaßt muß man sein, um sich derartig zu verstellen? Um derartig den normalen Sprachgebrauch ausblenden zu können?
Was ist mit diesen Leuten los?
Diese Frage stellt sich auch vor dem Hintergrund des permanenten und penetranten Demokratiebewahrungsgefasels in diesen Kreisen. Nach dem Motto: Wir müssen die schlümmen, pösen Rechts-populisten und ihre Narrative hinterfragen.
Wie wär‘s denn mal damit, die infantilen Gender-Moralnarrative der Linkspopulisten zu hinterfragen, liebe Qualitätsjournalisten? Das geht. Man könnte also die vermeintliche Geschlechtergerechtigkeit der Gender-Wortungetüme als lächerlichen formalistisch-zwang-haften Hokuspokus und als Akademikerneurose entlarven.
So geht Zivilcourage von rechts.
An dieser Stelle kann ich ja auch mal für einen enormen Bildungsschub bei meinen Lesern sorgen. Wörter wie Mitarbeitende oder Studierende sind nämlich gar kein Gerundium. Alles Fake! Diese Formen nennt man eigentlich Gerundiv. Gerundive sind substanti-vierte Gerundien. Alles klar?
Wußte ich bis vor ein paar Monaten auch nicht. Ich verwende aber hier auf dem Blog der Einfachheit halber weiter den Begriff Gerundium für solche Wörter, um es nicht unnötig kompliziert zu machen. Der Gender-Scheiß ist schon verzwickt genug.
Und an dieser Stelle kann ich ja auch noch mal sagen, daß ich mich hier nur als Laie der Gender-Mutation unserer Sprache widme. Jeder kann sich selbst leicht eine gewisse Kompetenz bei dem Thema erarbeiten, indem er einfach sein Gehirn benutzt – und nicht auf billige Moralgesten vermeintlicher Experten reinfällt.
Der Deutschlandfunkbeitrag über den ungewollten Facebook-Lockdown enthält natürlich auch die üblichen Gender-Irrationalitäten und -Inkonsequenzen. Mal ist dort von „Experten“, dann von „Nutzerinnen und Nutzern“ die Rede, auch von einem „Hacker-Angriff“. Und natürlich von den Mitarbeitenden. Da wird einem ganz schwummrich bei so viel Diversity. Alles so schön bunt.
Warum keine Nutzenden? Kein Angriff von Hackenden? Warum keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Und was versprechen sich unsere Qualitätsmedien von dem Nebeneinander von Gerundien und den etablierten männlichen Personenbezeichnungen? Will man der Leichten Sprache einen unverhofften Nachfrageschub ver-schaffen? Wenn das so weitergeht, verstehen in zwanzig Jahren nur noch Leute mit Gender-Studies-Abschluß das Deutsch, das in Zeitungen steht und im Radio zu hören ist.
Schon merkwürdig, daß das Thema Leichte und Einfache Sprache nahezu zeitgleich mit der Gender-Seuche aufkam. „Geschlechterge-rechtigkeit“ überfordert Mandy und Chantal womöglich etwas. Und wenn man Sinti und Roma statt Zigeuner sagt und andere Hypochonderbegriffe statt normales Deutsch benutzen tut, ist es schon irgendwie logisch am sein tun, daß Kevin, Marvin und Justin auf Leichte Sprache umsatteln.
Merkwürdig ist es natürlich auch, daß Leute, die sich so sehr das „geschlechtergerechte“ Sprechen auf die Fahnen geschrieben haben, zeitgleich auch so viel geschlechterungerechte Formen benutzen.
Müssen sie wohl auch. Denn wenn sie das Gender-Konzept wirklich konsequent durchzögen, wäre auf einmal jedem klar, was für ein unsagbarer Schwachsinn das Ganze ist.
Ein Trauerspiel.
Die Sprachästhetik läßt sich eben nicht betrügen.
Und die Sprachlogik auch nicht. Oder was ist z.B. ein radfahrender Studierender? Ein demonstrierender Umweltschützender? Oder ein frühstückender Facebook-Mitarbeitender?
Das Gerundium war früher mal dazu da, um Handlungsverläufe und Momentaufnahmen zu kennzeichnen.
Im Gender-Zeitalter wird es quasi sexuell mißbraucht und seiner Identität, seines Sinns und Zwecks beraubt.
Alles für die Gender-Neurose der Gender-Freaks.
Schweigen wir nicht länger zum sexuellen Mißbrauch unserer Sprache durch perverse Feministinnen und sadomasochistische Qualitätsjournalisten.
Bewahren wir die Unschuld unserer Sprache vor übergriffigen Gender-Zombies.
Nein zur Legalisierung der Genderphilie.
Nein zu Genderpornografie.
Es kann keine gewaltfreie Gendersprache geben. Gendern bedeutet immer eine Vergewaltigung des Deutschen.