Ein bißchen Gender-Gaga mit der Bundeswehr

Daß die Bundeswehr ein ziemlich fragwürdiger Verein ist, dürfte bekannt sein. Wer stirbt und tötet schon gern für‘s Vaterland?

Gemeinhin vermutet man in so einem Verein ja eher rechtes und konservatives Gedankengut. Wie kann es dann sein, daß ein gestandener General solch einen Tweet von sich geben kann?

 

mitgliederinnen-bundeswehr-twitter-eberhard-zorn-gendern

 

„Mitglieder|innen“? Sind Bundeswehrgeneräle etwa wirklich so minderbemittelt, wie man sie sich klischeehaft vorstellt?

Der Plural von Staatsoberhaupt heißt ja auch nicht Staatsober-häupterinnen. Oder? Ganz sicher kann man sich da in Gender-Zeiten nicht mehr sein. Wer weiß, was die Gender-Fraktion beim Duden noch so alles auf die Welt losläßt?

Demnächst lesen wir dort wahrscheinlich:

Mitgliederinnen
Staatsoberhäupterinnen
Naturtalentinnen

grammatikalisch falsche, aber gleichstellungspolitisch richtige feminine Formen, die für mehr gefühlte Geschlechter-gerechtigkeit sorgen und den moralischen Narzißmus von Zeitgeistesgestörten befriedigen.

Da muß die Gender-Seuche schon gehörig das Gehirn gefickt haben, wenn man allen Ernstes „Mitglieder|innen“ heraushaut. Aber diese Art von Gehirnerweichung Linientreue ist wohl auch die Voraussetzung dafür, daß man überhaupt General bei der Bundeswehr werden kann.

Schaut man sich übrigens das Foto in dem Tweet genau an, so wird man überrascht feststellen, daß dort nur eine „Mitgliederin“ abgebildet ist. Der Rest sind Mitglieder. Von „Mitglieder|innen“ kann also nicht die Rede sein. Wir haben hier also offenbar wieder einen der zahlreichen Fälle von „Overgendering“, einer der vielen Fallstricke des Gender-Geschwafels.

Der liebe Herr Zorn ist übrigens Generalinspekteur. Das ist der ranghöchste Soldat der Bundeswehr. Und er ist Wessi. Das nur nebenbei.

General Eberhard Zorn schafft es also, nicht nur zu gendern, was höchst ungewöhnlich ist bei einem Verein wie der Bundeswehr, sondern er verübt auch noch friendly fire gegen die eigene Sprache und betätigt sich als sprachlicher Kulturbanause.

 

Der Bundeswehrgeneral muß wohl die Gleichstellungsbeauftragte gefickt haben. Anders ist es nicht zu erklären, daß jemand solch einen Unsinn zusammenschreiben kann.

Der oben abgebildete Tweet existiert übrigens immer noch. Er wurde nicht aus Peinlichkeitserwägungen gelöscht. Gespannt war ich, ob der General vielleicht Stellung bezieht zu seinem Gender-Quatsch und was die Twittergemeinde wohl dazu sagt.

Ein Blick in die Kommentare lohnt sich. Es sind einige lustige Wort-meldungen zusammengekommen. Die Werte-Union Rostock sagt:

Herr General!

„Mitglieder|innen“ – muß das wirklich sein?
Welchen praktischen Nutzen bringt das?

Warum machen Sie bei dieser ideologischen Verhunzung unserer Sprache mit?

Stehen Sie doch bitte darüber. Auch das wäre ein Zeichen von Vorbild u. Führung.

Ein anderer Twitterer stellt fest:

Es wird Zeit, dass der Russe Deutschland von diesem Gesinde befreit.
Wehrfähig sind die Kasper je ohnehin nicht – reine Schmarotzer und Geldverbrenner.

Dazu fällt mir jemand ein, der unlängst bei einer Baustellen-besichtigung ein russisches Grafitto mit der simplen Botschaft entdeckte: Deutsche Männer sind Schwuchteln.

So kann man es auch sagen. Gesunde Männlichkeit wäre jedenfalls ein passendes Gegengift zur Gender-Seuche.

Ein anderer kommentiert schlicht:

der Genderal spricht..

Na ja. Man muß jedenfalls intellektuell nur noch sehr bedingt einsatzbereit sein, wenn man von „Mitglieder|innen“ schreibt. Immerhin ist der Rest des Tweets fehlerfrei. Ein Wort des Generals zu der Kritik sucht man allerdings vergebens.

Man bekommt eine Ahnung davon, wie weit die Gender-Seuche schon gediehen ist, wenn selbst bildungsferne Bundeswehrgeneräle mit Hang zu autoritären Charakterstrukturen, die eigentlich bisher feministischer Anwandlungen unverdächtig waren, solch ein Gender-Gaga produzieren.

Als Pazifist sollte man aber durchaus das Positive an der Sache hervorheben: Gender-Gaga kann man auch als Teil des umfassenden Selbstzerstörungsprozesses der Bundeswehr ansehen.

Sosehr Gleichstellungsbeauftragte und ihre paranoiden Vor-stellungen Ausdruck der Dekadenz und des Niedergangs der westlichen Kultur sind, so sinnvoll kann ihr Einsatz bei der Bundeswehr sein.

Der nächste schwule, nonbinäre, genderfluide Verteidigungsminister sollte eine Frauenquote von 100% anstreben.

„Die Liste der weltweit größten Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“

Unsere Medienhäuser werden immer bekloppter. Als ich heute den Deutschlandfunk hörte, dachte ich noch an einen dummen Versprecher, pardon, eine dumme Versprecherin der Nachrichten-tante, als sie von einer „Liste der weltweit größten Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ sprach.

Nicht wegen der schlimmen Feindinnen, die nun gendergerecht die Pressefreiheit bedrohen, sondern weil die Nachrichtensprecher offenbar nicht mal mehr den richtigen Fall setzen können.
Daraufhin gab ich „deutschlandfunk feindinnen und feinde der pressefreiheit“ in die Suchmaschine ein und wurde eines besseren belehrt.

Es war kein Versprecher, keine Versprecherin. Es steht genauso im Text, den die Nachrichtenfrau vorlas. Und nicht nur dort:

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat den ungarischen Ministerpräsidenten Orban auf die Liste der weltweit größten Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit gesetzt.

Auch auf Twitter schreibt der Deutschlandfunk:

Von einer Nachrichtensprecherin kann man doch zumindest erwarten, daß sie so einen Unsinn nicht blind abliest. Da kann man auch gleich an die Künstliche Intelligenz übergeben.

Auch bei Faz.net findet sich der Fehler:

Die Liste der „Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ umfasst 37 Staatsoberhäupter und Regierungschefs, die in besonders drastischer Weise die rücksichtslose Unterdrückung der Pressefreiheit verkörpern.

Selbst in einen zweiten Text auf Faz.net zum selben Thema hat sich der Fehler eingeschlichen. Und man bekommt unwillkürlich den Eindruck, daß da etwas nicht stimmen kann im Journalistenmilieu:

Als erster EU-Regierungschef : Orbán auf Liste „Feinde der Pressefreiheit“

Mit Viktor Orbán steht zum ersten Mal ein EU-Regierungschef auf der Liste der „Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ der Organisation Reporter ohne Grenzen.

„Welt Online“ fabuliert:

Mit Viktor Orban steht zum ersten Mal ein EU-Regierungschef auf der Liste der „Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF).

Und bringt das Kunststück fertig, kurz zuvor in der Überschrift, den Kasus richtig zu setzen:

Orban steht auf der Liste der „Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit“

Der Text auf Faz.net ist ausführlicher, gibt aber als Quelle die DPA an, womit vermutlich auch ein Schuldiger gefunden ist. Trotzdem ist es ein ziemliches Armutszeugnis, so einen Kasus-Stuß einfach so abzutippen.

 

Mir persönlich ist ein allgemeiner Trend aufgefallen. Das Sprach-niveau im Deutschlandfunk und auch in den Printmedien sinkt immer mehr, und es kommt zu immer obskureren sprachlichen Ungenauigkeiten. Mal hapert es beim Numerus, mal beim Kasus, mal beim Genus, oder es passieren andere Laxheiten.

Und das ist, wie ich meine, wohl zu einem nicht unwesentlichen Teil auch auf die Gender-Seuche zurückzuführen. Das zwanghafte Gendern bindet einen erheblichen Teil der Aufmerksamkeit und Konzentration. Man spürt regelrecht, wie die Moderatoren sich selbst kontrollieren und gegebenenfalls einschreiten. Manchmal reichen sie dann die weibliche Form pflichtbewußt nach, wenn sie wider Erwarten doch mal normales Deutsch gesprochen hatten.

Das Programm ist zu einer Art Hindernis-Parcours geworden – leider nicht nur für die Sprecher.

Es verwundert daher nicht, daß es da auch andernorts in der Sprachlandschaft zu mehr Ungenauigkeiten kommt. Und man fragt sich einmal mehr, warum erwachsene Menschen sich solch einen Sprachmasochismus freiwillig antun. Es handelt sich doch nur um „Empfehlungen“. Warum hat kaum ein Redakteur die Eier und verzichtet auf diese Gender-Scheiße, pardon, Seuche?

Auf Faz.net ist zu lesen:

„In allen Weltregionen sind neue Namen hinzugekommen. Ihre Unterdrückungsmethoden sind verschieden, dienen aber demselben Zweck: kritische Berichterstattung um jeden Preis zu verhindern“, sagte „Reporter“-Geschäftsführer Christian Mihr. „Darunter leiden die Journalistinnen und Journalisten, die trotzdem mutig weiter recherchieren […]

Wieso wurde der Verein eigentlich noch nicht in „Reporterinnen und Reporter ohne Grenzen“ umbenannt? Vielleicht ist die „Geschlech-tergerechtigkeit“ unserer Sprache ja immer nur genau dann ein Problem, wenn man mal wieder sein Gewissen aufmöbeln will.

Ich persönlich habe gar nichts gegen Reporter ohne Grenzen. Nur würde man solche Vereine viel ernster nehmen können, wenn sie ein normales Deutsch sprächen und sich nicht zum Honk machen würden. Die meisten Gutmenschenvereine begreifen nicht, daß sie ihrer Sache einen Bärinnendienst erweisen.

Den Ausdruck „Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit“ haben wir sehr wahrscheinlich diesem Verein zu verdanken. Und die DPA hat dann noch ein bißchen am Kasus herumgefummelt. Fertig ist der alberne Gender-Brei.

Aber gibt es überhaupt Feindinnen der Pressefreiheit? Staatschefs sind für gewöhnlich männlichen Geschlechts. Wieviel Frauen finden sich auf der Liste der 37 Pressefeinde? In der Nachrichtenmeldung wurden nur drei Männer genannt:

Neben Orban stehen auch der brasilianische Präsident Bolsonaro und der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman auf der Liste, dem unter anderem wegen des Mordes an dem saudischen Journalisten Khashoggi Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden.

Was wenn nur eine Frau auf der Liste steht? Oder gar keine? Dann wäre der Ausdruck „Feindinnen und Feinde“ zumindest ungenau. In der Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen kommt immerhin eine Frau vor:

Auch die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam steht neu auf der Liste. In der chinesischen Sonderverwaltungszone musste mit der Zeitung Apple Daily im Juni ein Symbol der Pressefreiheit ihren Betrieb einstellen. Daneben finden sich auf der Liste viele langjährige „Feinde der Pressefreiheit“. Zu ihnen gehören etwa Eritreas Präsident Isaias Afewerki, Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, Syriens Machthaber Baschar al-Assad und der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko.

Tja, sieht schlecht aus. Nur eine Pressefeindin. Wir haben aber Glück. In Bangladesh findet sich noch eine zweite Feindin der Pressefreiheit. Der Frauenanteil unter den Pressefeinden liegt also bei ca. 6%. Na, wenn das mal kein Ergebnis patriarchaler Unterdrückung ist.
Ich plädiere hiermit für eine Frauenquote von 25%. Wobei die Aufnahmekriterien bei Frauen ruhig etwas abgesenkt werden können.

In anderen Bereichen haben wir weniger Glück mit der Gendersprache. Da wird z.B. von „Innenminister*innen“ (der Bundesländer) gesprochen oder geschrieben, obwohl nur ein weibliches Exemplar vorhanden ist. Immerhin zeigt das Studium der Pressemitteilung, daß tatsächlich die DPA schuld ist an dem peinlichen Kasus-Stuß, der in allen möglichen Redaktionen reproduziert wurde. Man lese mal dieses wunderschöne genderdurchseuchte Intro von der Internetseite von Reporter ohne Grenzen:

Feinde der Pressefreiheit

Unter ihrer Herrschaft werden Medienschaffende ermordet und willkürlich inhaftiert, sie drohen und verunglimpfen Journalistinnen und Journalisten, zensieren Medien oder lassen sogar ein Flugzeug entführen, um Kritikerinnen und Kritiker mundtot zu machen: Reporter ohne Grenzen hat heute eine neue Liste mit den weltweit größten „Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ veröffentlicht. Sie umfasst 37 Staats- und Regierungsoberhäupter, die in besonders drastischer Weise die rücksichtslose Unterdrückung der Pressefreiheit verkörpern.

Leute, die solche Texte formulieren, kann man nur als geisteskrank bezeichnen. Ich bin für eine Einschränkung der Pressefreiheit. Gender-Diktion sollte künftig als sprachlicher Terror eingestuft werden, der die innere Sicherheit gefährdet und den Sinn für Ästhetik zerstört. Wer dabei erwischt wird, muß mindestens zehn Doktorarbeiten aus dem Bereich Gender Studies lesen.

Das dürfte abschreckend genug wirken.

Wie oben ersichtlich, kommt die Sache mit dem Kasus-Stuß offenbar daher, daß zunächst im Dativ von den weltweit größten „Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit“ die Rede ist. Irgendein Praktikant bei der DPA muß sich dann wohl Annalena Baerbock zum Vorbild genommen haben und hat dann dummerweise übersehen, daß das Ganze nun im Genitiv steht:

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat den ungarischen Ministerpräsidenten Orban auf die Liste der weltweit größten Feindinnen und Feinden der Pressefreiheit gesetzt.

Aus der „Liste mit den“ wurde die „Liste der“. Tja, da muß man kasusmäßig umdisponieren. Den Feindinnen macht der Genitiv nichts aus. Den Feinden schon.

Ich behaupte mal frech, daß das Ganze ohne die penetrante Gender-Scheiße nicht passiert wäre. Ohne die „Feindinnen“ wäre der Kasusfehler sehr wahrscheinlich leichter ins Auge gefallen.

Früher hatte man einfach mehr Zeit, sich um wichtigere Dinge zu kümmern. Und wurde nicht ständig von einer redundanten Moralsprache verwirrt. Die Genderprache ist nicht nur Teil des sprachlichen Verfalls – sie befördert ihn auch noch zusätzlich.

Sie ist eine völlig unnötige Ressourcenverschwendung. Eine ästhetische Umweltverschmutzung.

Warum linke Parteien so etwas fördern, ist mir ein Rätsel. Wo bleibt die Verzichtsethik, wenn man sie mal braucht?

Ich will gar nicht wissen, wieviel Tinte und Papier gespart werden könnten mit einem umweltgerechten Deutsch.

Gendern, bis das „Soziolog:in“ kommt

Nur eine kleine Anekdote für zwischendurch. Es dürfte bekannt sein, daß die Genderfreaks Kulturbanausen und bildungsferne Spießer sind. Das muß ja so sein, denn es bedarf schon enormer Intelligenzvakanzen, wenn man angesichts des tagtäglichen Sprachgebrauchs meint, ein formal männliches Wort wie Bürger könne nicht auch Frauen repräsentieren.

Es ist daher wenig verwunderlich, daß die Genderfreaks auch bei ihrem ureigenen Gender-Esperanto ein klägliches Bild abgeben und es noch nicht einmal dort auf die Reihe kriegen, ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Wie Drogensüchtige suchen sie nach dem Kick der „Geschlechter-gerechtigkeit“ in ihrer Kunstsprache, ohne dabei zu realisieren, daß Männer dummerweise ja auch ein Geschlecht sind, das durch die „geschlechtergerechte“ Sprache repräsentiert werden muß.

Tja, und dabei kommt dann eben immer wieder so etwas heraus wie der folgende Tweet, den man heute auf dem Blog „Alles Evolution“ bewundern durfte:

Vor dem großen Gender-Sprung nach vorn haben wir diese Frage übrigens ganz unschuldig folgendermaßen formuliert – und natürlich auch ein Komma an der richtigen Stelle platziert:

Kann mir irgendein Soziologe erklären, wieso das so ist?

Aber was will man auch von diesen Gender-Fuzzis erwarten? Die fragen vermutlich auch bei einem Unfall, ob ein Arzt, eine Ärztin oder ein Arzt mit einem der anderen 60 Geschlechter zur Stelle ist.

Selbst die Professoren der Genderfront kriegen es ja nicht hin, ein halbwegs korrektes Deutsch zu formulieren. Sie scheitern an ihrer eigenen Kunstsprache, die sie so vehement verteidigen. Für diese „Wissenschaftler“ ist es oftmals einfach zu kompliziert, auch die männliche Form in ihren geschlechtergerechten Fehlgeburten unterzubringen. Sie benutzen wie von Sinnen ihre Gender-Codes, ohne zu realisieren, daß man eine deklinierte Form vor sich hat – oder eben einen Nominativ der auf e endet wie beim „Soziologen“. Ich erlaube mir mal als einfacher Bürger, diese Dinge den Herren „Sprachwissenschaftlern“ zu verklickern und gewisse Zweifel an der Kompetenz dieser Leute zu vermelden.

Auch die Rechtschreibreform entstammt ja im übrigen demselben Ungeist wie der Gender-Dialekt. Beides sind Anmaßungen größenwahnsinniger Linker, die bei Wörtern wie „Tradition“, „Nation“ oder „Identität“ nur den pawlowschen Reflex der Nazi-Paranoia zustande bringen. Und die so begeistert sind von ihren Idealen der sozialen Gerechtigkeit oder der Gleichberechtigung, daß sie völlig den Verstand verlieren und freundlicherweise auch noch den größten Unsinn mit diesen Idealen verknüpfen.

Im Vorfeld der Rechtschreibreform versprachen die Reformeiferer dem Volk und willfährigen Politikern, daß die Fehlerzahl bei Schülern um 70% abnehmen werde. Die Propagandisten der Gendersprache versprechen eine sogenannte „Geschlechtergerechtigkeit“, die angeblich eintrete, wenn man unsere Sprache feministischen Vorstellungen gemäß verstümmele.

Marxisten versprachen der Welt, daß mit dem Kommunismus das Ende der Geschichte einsetze und die Arbeiter nun endlich das Sagen hätten.

In allen drei Fällen fanden sich genug Leute, die um jeden Preis zu den Guten gehören, ein Teil des Fortschritts sein wollten.

Soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind ja durchaus erstrebenswerte Ziele. Man kann diese Ideale aber auch ohne Wahnvorstellungen und fixe Ideen umsetzen.

Die Sprengung des Berliner Stadtschlosses und die Zerstörung diverser historischer städtischer Strukturen durch die „sozialistische Moderne“ sind ebenfalls eine Metapher für diesen linken Ungeist, der wenig Skrupel hat, wenn es um die Verwirklichung einer vermeintlich besseren Zukunft geht.

Und man muß einmal mehr darauf hinweisen, daß auch die heutigen Kulturverbrechen einem marxistisch grundierten Größenwahn Denken entspringen. Getreu dem Motto: Nur wir kennen die historischen Gesetzmäßigkeiten und wissen, wo‘s lang geht. Wer zweifelt, ist konterrevolutionär – um nicht zu sagen: Klassenfeind!

Das vermeintlich Überkommene, das Vertraute und Bewährte, wird zwanghaft dämonisiert, während der vermeintliche Fortschritt ebenso zwanghaft und willkürlich mit positiven Attributen versehen wird – komme er auch noch so lächerlich und weltfremd daher wie ein Binnen-I oder eine Gender-Lücke. Wir Ossis kennen dieses Muster zur Genüge.

Unsere Generation darf quasi live einen linksradikalen Wahn in Aktion studieren. Und es ist heute bereits klar, daß die Sache ähnlich jämmerlich enden wird wie das marxistische Experiment des 20. Jahrhunderts. Diese Parallelen im Denken und Handeln sind ja nur zu offensichtlich, und eigentlich müßte man solche Betrachtungen wie diese hier in einem Blatt wie der „Zeit“ oder der „FAZ“ lesen können – wäre unsere Gesellschaft nicht so hoffnungslos linksverblödet.

Eine kleine Ironie hält die Gender-Wortmißgeburt „Soziolog:in“ dennoch für uns parat: So wie die sogenannte „Gleichstellung“ eigentlich nur unter dem Vorzeichen Frau stattfindet und verstanden wird, so ist auch die sprachliche „Gleichstellung“ allein auf weibliche Endungen fixiert – und dies führt dummerweise immer wieder dazu, daß männliche Belange vernachlässigt werden.

Die Gendersprache sollte man also durchaus als Metapher für den Gleichstellungswahn in Deutschland und im westlichen Kulturkreis ansehen. Man erfindet geradezu fetisch- und fieberhaft vermeintliche Benachteiligungen von Frauen, meist auf einer rein formalen, hoch spekulativen Ebene.

Während die gleichen Standards bei Männern auf einmal keine Rolle mehr spielen und nicht angewendet werden.

Für mich ist es sowieso ein Rätsel, wieso man über diesen ex-orbitanten Schwachsinn überhaupt Texte schreiben muß.

Es sagt viel über unsere Gesellschaft aus, daß 99% Prozent der in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie z.B. Journalisten, Politiker, Wissenschaftler, Kulturschaffende etc. nicht den leisesten Schimmer von diesen Dingen haben – und vollkommen identisch sind mit diesem universellen feministischen Verblendungszusammenhang.

Junge ARD-Journalistin polemisiert gekonnt gegen Gendersprache

Jüngst wurde ich bei der Google-News-Suche mit dem Begriff „Gendersprache“ auf ein Twitter-Video aufmerksam, in dem sich eine Volontärin des Bayerischen Rundfunks gegen die Gendersprache ausspricht.

 

 
Das Video ist insofern sehenswert und besonders, als Julia Ruhs den Gender-Unsinn nicht auf die blutleere, intellektuelle Tour zerpflückt, wie das leider häufig der Fall ist, sondern vor allem auf das unmittelbare emotionale und ästhetische Empfinden rekurriert. Sie zeigt, wie lächerlich und weltfremd der Gender-Firlefanz ist, was für ein elitär-verschrobenes Projekt diese ganze Chose ist.

Blutleer und intellektuell sind Gender-Kritiken dann, wenn sie etwas abgehoben und akademisch darauf verweisen, daß das grammatische Geschlecht im Deutschen nicht zwingend identisch sei mit dem biologischen. Das stimmt schon, trifft das Problem mit der Gendersprache aber nur sehr unzureichend, wie ich zu gegebener Zeit auf diesem Blog noch ausführen werde.

Entscheidend ist, daß der Gender-Dialekt schlicht und einfach dem Sprachgefühl widerspricht. Und dieses Sprachgefühl ist eben nichts Arbiträres, sondern unsere Mutter-Sprache. Es handelt sich um intuitive, unbewußte Strukturen, die in den ersten Jahren unseres Lebens entstehen. Daher ist es auch logisch, daß Kinder und Jugendliche gar nicht „gendern“ können. Denn dazu muß man sich a) anstrengen und b) genug pseudointellektuellen Wust im Kopf haben, um diese unglaubliche Schwachsinnssprache vor sich selbst überhaupt legitimieren zu können.

Kinder und Jugendliche haben noch nicht die Fähigkeit, derartig ihre natürlichen Gefühle zu verleugnen, wie das bei Erwachsenen, speziell Akademikern, der Fall ist.

Aber das erzähle man mal einem dieser völllig verblendeten Professoren von der Gender-Front, die von ihrer moralischen Mission besessen sind.

Das Twitter-Video von Julia Ruhs ist auch insofern lehrreich, als sich im Kommentarbereich eine Menge Leute tummeln, die noch mal unfreiwillig und in aller Deutlichkeit zeigen, wie wenig Ahnung Fans der Gendersprache von der Materie haben. Bevor ich aber hier exemplarisch mal einige dieser Kommentare aufgreife und durchkaue, seien noch mal kurz die Hauptargumente von Julia Ruhs aufgelistet:

  • die Gendersprache hat keinerlei Basis im Sprachgefühl, den       tiefsitzenden Sprachkonventionen
  • die Gendersprache wird nur in einer elitären „akademischen       Wohlfühlblase“ praktiziert
  • der Pöbel versteht nur Bahnhof
  • daher vertieft sich die Spaltung der Gesellschaft
  • entgegen der unfaßbar idiotischen Behauptung von Gender-       Sektenmitgliedern ist die „geschlechtergerechte Sprache“ eben kein       natürlicher Sprachwandel, sondern völlig künstlich
  •  

    Das sind im wesentlichen auch die wichtigsten „Argumente“ gegen den Genderwahn. Ich schreibe „Argumente“ hier in Anführungszeichen, da es sich genaugenommen um gesunde, intuitive Empfindungen handelt, über die jeder Mensch verfügt, der sich nicht durch die pseudointellektuelle, schöngeistige Welt linker Akademiker blenden läßt.

    Wir haben es ja im Grunde mit einer perversen Form der Intellektualität zu tun, wie sie heutzutage an der Universität üblich ist. Einer Intellektualität, die nicht geerdet ist, die den Kontakt zum normalen Alltag verloren hat und sich hauptsächlich in wohlfeilen, abstrakten Phrasen gefällt, mit denen man bei anderen Mitgliedern dieses Milieus Eindruck schinden kann.

    Manche bezeichnen dieses Phänomen auch einfach als Gutmenschentum. Was natürlich postwendend zu einer „Verurteilung“ dieses Begriffes führte, den man schnell zum „Unwort des Jahres“ erklärte. Die für dieses Verdikt verantwortliche Jury besteht ironischerweise aus genau demselben Typus phrasenverliebter moralischer Narzißten, der uns auch die Gendersprache eingebrockt hat und der sich nun durch den Begriff des Gutmenschen ertappt fühlt.

    Es geht seinen Gang, würde der DDR-Schriftsteller Erich Loest sagen.

    Das vermeintliche Gutsein ist für dieses Milieu ein Fetisch, sodaß es überwiegend leicht zu widerlegenden intellektuellen Schrott produziert, es aber selbst nicht merkt.

    Aber nun zu der versprochenen Abhandlung über die äußerst dürftigen Begründungen der Gendersprachen-Befürworter. Der erste Kommentar unter dem Video lautet wie folgt:

    Die Behauptung, Gendern sei kein natürlicher Sprachwandel ist kompletter Unsinn und zeigt, dass sich @juliaruhs kaum damit beschäftigt hat. Es gibt im Deutschen nunmal für fast alles auch die weibliche Form *innen. Und nicht erst seit gestern, sondern seit 1000 Jahren.

    So intellektuell scheint das Gender-Milieu dann doch nicht zu sein, wie ich eben behauptete. Das ist schon erschreckend primitiv. Denn in der Debatte geht es ja nicht um weibliche Endungen an sich, sondern um deren überflüssige, künstliche und inflationäre Verwendung. Um den politischen Mißbrauch von Sprache.

    Der obige Herr glaubt also, Gender-Sternchen, Unterstriche, Gerundien, Doppelnennungen und allerlei anderen Unsinn als natürlichen Sprachwandel bezeichnen zu können, weil es schon seit eh und je weibliche Endungen gebe. Das ist das intellektuelle Niveau der Gendersprachler.

    Übrigens nicht nur von dahergelaufenen Twitter-Proleten wie in diesem Fall, sondern auch von waschechten Professoren der Gender-Front. Aber dazu später mehr.

    Auch ich verwende natürlich gerne weibliche Endungen. Aber eben nur dort, wo es die Konventionen auch gebieten, wo es dem natürlichen Sprachgefühl entspricht.

    Man muß sich schon extrem dummstellen, um einen Kommentar wie den obigen ablassen zu können. In dieser Art argumentieren eigentlich alle Befürworter der Gendersprache. Das passiert, wenn das vermeintliche Gutsein, der Zeitgeist den Lebenszweck eines Menschen darstellen.

    Der obige, begriffsstutzige Kommentar war dem Nutzer vermutlich selbst peinlich, denn er ließ sich – auch nach intensiver Suche – nicht mehr wiederfinden und wurde wohl gelöscht. Glücklicherweise hatte ich den Wortlaut bereits in einer Textdatei gespeichert.

    Aber nun zum nächsten Twitter-Experten für eine gerechtere Welt:

    Ein typisches Merkmal der Gender-Ideologie und aller Ideologien überhaupt sind die völlig willkürlichen und herbeiphantasierten Behauptungen, die das Glaubenssystem stützen sollen.
    Es gibt keinerlei Belege dafür, daß „Inklusion“ von der Gendersprache abhängig wäre. Es gibt auch keinerlei Belege dafür, daß man Frauen gegenüber respektvoller wäre, wenn man bis zur Vergasung gendert.

    Und daß alle Sprache angeblich „erfunden“ wurde, daran glaubt wohl nur Claire im Wunderland.

    Es erübrigt sich hier zu betonen, daß es neben vielen Frauen auch diverse „Diverse“ gibt, die die Gendersprache keineswegs für eine Wohltat, sondern für Unsinn halten. Darüberhinaus scheinen die Gender-Wortmißgeburten auch für Ausländer und Sehbehinderte nicht gerade der „Inklusion“ dienlich zu sein.

    Aber das alles will natürlich nicht so recht in das schöne Glaubens-system der Gender-Utopisten passen.

    Dieser Tweet ist ein schönes Beispiel für die häufig sehr infantile Geisteshaltung der Gender-Fanatiker – und für deren totalitären Habitus. Diese Leute phantasieren sich alles Mögliche im Pippi-Langstrumpf-Modus herbei, nur um sich „gut“ und „fortschrittlich“ fühlen zu können. Na ja, die Dame ist noch jung.

    Ideologien leben letztlich immer davon, daß pauschal etwas „Gutes“ auserkoren wird – und diesem „Guten“ genauso pauschal etwas „Böses“ entgegengestellt wird. Die Begründungszusammenhänge und die Konstruktionen dieses „Guten“ und „Bösen“ sind zumeist beklemmend dumm und willkürlich, aber sie befriedigen das tiefe Bedürfnis, zu den „Guten“ zu gehören und das „Böse“ hassen und bekämpfen zu dürfen.

    Dieser Gut-Böse-Dynamik wird alles untergeordnet, sodaß die meisten Gender-Esoteriker intellektuell nicht mehr erreichbar sind. Das vermeintliche Gutsein wird zum Fetisch, zur fixen Idee. Das ist die DNA aller Ideologien. Völlig egal, ob sie einen linken oder einen rechten Anstrich haben.

    Wer es wagt, das Gute zu hinterfragen, ist dann folgerichtig ein Häretiker oder eben ein Frauenfeind. Irgendetwas Böses jedenfalls, das bekämpft werden muß. Es wäre zu schmerzlich, sich den eigenen Verleugnungszustand eingestehen zu müssen.

    Diese Dynamik erklärt, warum das, was Befürworter der Gendersprache als „Argumente“ präsentieren, derartig schlicht und undurchdacht ist. Im Grunde ist es die Angst, erwachsen zu werden und das vermeintlich Gute infrage zu stellen.

    Aber dieser Artikel soll nicht in eine tiefenpsychologische Therapie-stunde ausarten. Mehr dazu bei Alice Miller.

    Es ist jedenfalls erschreckend, auf was für eine extrem billige – nämlich rein formalistische – Weise Gender-Fans das generische Maskulinum zur Ausgeburt des Bösen erklären, das Frauen angeblich nicht repräsentiere, obwohl unsere Diktion tagtäglich das Gegenteil beweist.

    Aber wie gesagt: Solch herbeikonstruierte, simple Gut-böse-Schemata sind die Essenz jeder Ideologie.

     

    Unter dem Video von Julia Ruhs hat sich übrigens auch noch ein ausgemachter Professor für Literaturwissenschaft zu Wort gemeldet. Man sollte aber nicht meinen, daß dessen Ausführungen wesentlich klüger wären als die der beiden Twitter-Proleten, die hier bereits zu Wort kamen.

    Eigentlich sollte der Verriß dieser Äußerungen den Höhepunkt dieses Blogartikels darstellen. Denn der Professor blamiert sich wirklich sehr professionell. 🙂

    Ich wollte aber nicht, daß sich dieser Artikel zu sehr in die Länge zieht, und werde daher den Professor noch einmal gesondert zu Wort kommen lassen. Man hält es nicht für möglich, was ausgemachte „Wissenschaftler“ für einen Quatsch absondern können, sobald sie zur Gender-Religion konvertiert sind.

    Bis dahin vergnüge man sich mit den anderen Freunden der Gendersprache, die sich brutalstmöglich unter dem Video von Julia Ruhs tummeln.

    So wie dieser hier:

    Oder dieser:

    Britta freut sich über mehr „#Vielfalt #Geschlechtergerechtigtkeit“

    Na, da freuen wir uns doch mal mit der lieben Britta. Endlich dürfen wir im Bundestag Gender-Sterne und weiteres Gedöns verwenden. Das Patriarchat ist kurz vor seinem wohlverdienten Ende.

    Denn wir wissen ja: Sprache bestimmt unser Bewußtsein. Durch Sprache wird die Wirklichkeit erst zur Wirklichkeit. Bombardiert man uns also nur lange genug mit Gender-Sternen, Gender-Lücken, Gender-Gerundien und anderen ätzenden Überflüssigkeiten, so werden selbst die renitentesten alten, weißen Männer zu kastrierten Lila-Pudeln.

    Interessant ist, daß diese Frau offenbar wirklich glaubt, Gender-Sterne und anderes Gedöns seien tatsächlich „geschlechtergerecht“. Also sie nimmt diesen Begriff offenbar völlig ernst. Sie ist augenscheinlich noch nie auf die Idee gekommen, dieses Konstrukt zu hinterfragen. Dabei sind doch gerade viele Linke wahre Experten im Dekonstruieren.

    Britta Haßelmann ist übrigens Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Solch kompetente Damen spült die Frauenquote also in die Bundespolitik.

    Dieselbe Britta rätselt vermutlich auch, woher der schlimme Rechtspopulismus kommt und was es mit der grassierenden Politikverdrossenheit so auf sich hat, wo Britta doch so tolle Sachen im Bundestag macht.

    Ein relativ alter, weißer Mann kann nicht anders und übt sich in männlich-dominantem Verhalten angesichts von Brittas Freudentweet:

    britta-hasselmann-twitter-gender-stern-bundestag

    Der Kampf gegen das Patriarchat muß wohl noch ein bißchen weiter gekämpft werden.

    Und Britta ist ganz vorn dabei.