Junge ARD-Journalistin polemisiert gekonnt gegen Gendersprache

Jüngst wurde ich bei der Google-News-Suche mit dem Begriff „Gendersprache“ auf ein Twitter-Video aufmerksam, in dem sich eine Volontärin des Bayerischen Rundfunks gegen die Gendersprache ausspricht.

 

 
Das Video ist insofern sehenswert und besonders, als Julia Ruhs den Gender-Unsinn nicht auf die blutleere, intellektuelle Tour zerpflückt, wie das leider häufig der Fall ist, sondern vor allem auf das unmittelbare emotionale und ästhetische Empfinden rekurriert. Sie zeigt, wie lächerlich und weltfremd der Gender-Firlefanz ist, was für ein elitär-verschrobenes Projekt diese ganze Chose ist.

Blutleer und intellektuell sind Gender-Kritiken dann, wenn sie etwas abgehoben und akademisch darauf verweisen, daß das grammatische Geschlecht im Deutschen nicht zwingend identisch sei mit dem biologischen. Das stimmt schon, trifft das Problem mit der Gendersprache aber nur sehr unzureichend, wie ich zu gegebener Zeit auf diesem Blog noch ausführen werde.

Entscheidend ist, daß der Gender-Dialekt schlicht und einfach dem Sprachgefühl widerspricht. Und dieses Sprachgefühl ist eben nichts Arbiträres, sondern unsere Mutter-Sprache. Es handelt sich um intuitive, unbewußte Strukturen, die in den ersten Jahren unseres Lebens entstehen. Daher ist es auch logisch, daß Kinder und Jugendliche gar nicht „gendern“ können. Denn dazu muß man sich a) anstrengen und b) genug pseudointellektuellen Wust im Kopf haben, um diese unglaubliche Schwachsinnssprache vor sich selbst überhaupt legitimieren zu können.

Kinder und Jugendliche haben noch nicht die Fähigkeit, derartig ihre natürlichen Gefühle zu verleugnen, wie das bei Erwachsenen, speziell Akademikern, der Fall ist.

Aber das erzähle man mal einem dieser völllig verblendeten Professoren von der Gender-Front, die von ihrer moralischen Mission besessen sind.

Das Twitter-Video von Julia Ruhs ist auch insofern lehrreich, als sich im Kommentarbereich eine Menge Leute tummeln, die noch mal unfreiwillig und in aller Deutlichkeit zeigen, wie wenig Ahnung Fans der Gendersprache von der Materie haben. Bevor ich aber hier exemplarisch mal einige dieser Kommentare aufgreife und durchkaue, seien noch mal kurz die Hauptargumente von Julia Ruhs aufgelistet:

  • die Gendersprache hat keinerlei Basis im Sprachgefühl, den       tiefsitzenden Sprachkonventionen
  • die Gendersprache wird nur in einer elitären „akademischen       Wohlfühlblase“ praktiziert
  • der Pöbel versteht nur Bahnhof
  • daher vertieft sich die Spaltung der Gesellschaft
  • entgegen der unfaßbar idiotischen Behauptung von Gender-       Sektenmitgliedern ist die „geschlechtergerechte Sprache“ eben kein       natürlicher Sprachwandel, sondern völlig künstlich
  •  

    Das sind im wesentlichen auch die wichtigsten „Argumente“ gegen den Genderwahn. Ich schreibe „Argumente“ hier in Anführungszeichen, da es sich genaugenommen um gesunde, intuitive Empfindungen handelt, über die jeder Mensch verfügt, der sich nicht durch die pseudointellektuelle, schöngeistige Welt linker Akademiker blenden läßt.

    Wir haben es ja im Grunde mit einer perversen Form der Intellektualität zu tun, wie sie heutzutage an der Universität üblich ist. Einer Intellektualität, die nicht geerdet ist, die den Kontakt zum normalen Alltag verloren hat und sich hauptsächlich in wohlfeilen, abstrakten Phrasen gefällt, mit denen man bei anderen Mitgliedern dieses Milieus Eindruck schinden kann.

    Manche bezeichnen dieses Phänomen auch einfach als Gutmenschentum. Was natürlich postwendend zu einer „Verurteilung“ dieses Begriffes führte, den man schnell zum „Unwort des Jahres“ erklärte. Die für dieses Verdikt verantwortliche Jury besteht ironischerweise aus genau demselben Typus phrasenverliebter moralischer Narzißten, der uns auch die Gendersprache eingebrockt hat und der sich nun durch den Begriff des Gutmenschen ertappt fühlt.

    Es geht seinen Gang, würde der DDR-Schriftsteller Erich Loest sagen.

    Das vermeintliche Gutsein ist für dieses Milieu ein Fetisch, sodaß es überwiegend leicht zu widerlegenden intellektuellen Schrott produziert, es aber selbst nicht merkt.

    Aber nun zu der versprochenen Abhandlung über die äußerst dürftigen Begründungen der Gendersprachen-Befürworter. Der erste Kommentar unter dem Video lautet wie folgt:

    Die Behauptung, Gendern sei kein natürlicher Sprachwandel ist kompletter Unsinn und zeigt, dass sich @juliaruhs kaum damit beschäftigt hat. Es gibt im Deutschen nunmal für fast alles auch die weibliche Form *innen. Und nicht erst seit gestern, sondern seit 1000 Jahren.

    So intellektuell scheint das Gender-Milieu dann doch nicht zu sein, wie ich eben behauptete. Das ist schon erschreckend primitiv. Denn in der Debatte geht es ja nicht um weibliche Endungen an sich, sondern um deren überflüssige, künstliche und inflationäre Verwendung. Um den politischen Mißbrauch von Sprache.

    Der obige Herr glaubt also, Gender-Sternchen, Unterstriche, Gerundien, Doppelnennungen und allerlei anderen Unsinn als natürlichen Sprachwandel bezeichnen zu können, weil es schon seit eh und je weibliche Endungen gebe. Das ist das intellektuelle Niveau der Gendersprachler.

    Übrigens nicht nur von dahergelaufenen Twitter-Proleten wie in diesem Fall, sondern auch von waschechten Professoren der Gender-Front. Aber dazu später mehr.

    Auch ich verwende natürlich gerne weibliche Endungen. Aber eben nur dort, wo es die Konventionen auch gebieten, wo es dem natürlichen Sprachgefühl entspricht.

    Man muß sich schon extrem dummstellen, um einen Kommentar wie den obigen ablassen zu können. In dieser Art argumentieren eigentlich alle Befürworter der Gendersprache. Das passiert, wenn das vermeintliche Gutsein, der Zeitgeist den Lebenszweck eines Menschen darstellen.

    Der obige, begriffsstutzige Kommentar war dem Nutzer vermutlich selbst peinlich, denn er ließ sich – auch nach intensiver Suche – nicht mehr wiederfinden und wurde wohl gelöscht. Glücklicherweise hatte ich den Wortlaut bereits in einer Textdatei gespeichert.

    Aber nun zum nächsten Twitter-Experten für eine gerechtere Welt:

    Ein typisches Merkmal der Gender-Ideologie und aller Ideologien überhaupt sind die völlig willkürlichen und herbeiphantasierten Behauptungen, die das Glaubenssystem stützen sollen.
    Es gibt keinerlei Belege dafür, daß „Inklusion“ von der Gendersprache abhängig wäre. Es gibt auch keinerlei Belege dafür, daß man Frauen gegenüber respektvoller wäre, wenn man bis zur Vergasung gendert.

    Und daß alle Sprache angeblich „erfunden“ wurde, daran glaubt wohl nur Claire im Wunderland.

    Es erübrigt sich hier zu betonen, daß es neben vielen Frauen auch diverse „Diverse“ gibt, die die Gendersprache keineswegs für eine Wohltat, sondern für Unsinn halten. Darüberhinaus scheinen die Gender-Wortmißgeburten auch für Ausländer und Sehbehinderte nicht gerade der „Inklusion“ dienlich zu sein.

    Aber das alles will natürlich nicht so recht in das schöne Glaubens-system der Gender-Utopisten passen.

    Dieser Tweet ist ein schönes Beispiel für die häufig sehr infantile Geisteshaltung der Gender-Fanatiker – und für deren totalitären Habitus. Diese Leute phantasieren sich alles Mögliche im Pippi-Langstrumpf-Modus herbei, nur um sich „gut“ und „fortschrittlich“ fühlen zu können. Na ja, die Dame ist noch jung.

    Ideologien leben letztlich immer davon, daß pauschal etwas „Gutes“ auserkoren wird – und diesem „Guten“ genauso pauschal etwas „Böses“ entgegengestellt wird. Die Begründungszusammenhänge und die Konstruktionen dieses „Guten“ und „Bösen“ sind zumeist beklemmend dumm und willkürlich, aber sie befriedigen das tiefe Bedürfnis, zu den „Guten“ zu gehören und das „Böse“ hassen und bekämpfen zu dürfen.

    Dieser Gut-Böse-Dynamik wird alles untergeordnet, sodaß die meisten Gender-Esoteriker intellektuell nicht mehr erreichbar sind. Das vermeintliche Gutsein wird zum Fetisch, zur fixen Idee. Das ist die DNA aller Ideologien. Völlig egal, ob sie einen linken oder einen rechten Anstrich haben.

    Wer es wagt, das Gute zu hinterfragen, ist dann folgerichtig ein Häretiker oder eben ein Frauenfeind. Irgendetwas Böses jedenfalls, das bekämpft werden muß. Es wäre zu schmerzlich, sich den eigenen Verleugnungszustand eingestehen zu müssen.

    Diese Dynamik erklärt, warum das, was Befürworter der Gendersprache als „Argumente“ präsentieren, derartig schlicht und undurchdacht ist. Im Grunde ist es die Angst, erwachsen zu werden und das vermeintlich Gute infrage zu stellen.

    Aber dieser Artikel soll nicht in eine tiefenpsychologische Therapie-stunde ausarten. Mehr dazu bei Alice Miller.

    Es ist jedenfalls erschreckend, auf was für eine extrem billige – nämlich rein formalistische – Weise Gender-Fans das generische Maskulinum zur Ausgeburt des Bösen erklären, das Frauen angeblich nicht repräsentiere, obwohl unsere Diktion tagtäglich das Gegenteil beweist.

    Aber wie gesagt: Solch herbeikonstruierte, simple Gut-böse-Schemata sind die Essenz jeder Ideologie.

     

    Unter dem Video von Julia Ruhs hat sich übrigens auch noch ein ausgemachter Professor für Literaturwissenschaft zu Wort gemeldet. Man sollte aber nicht meinen, daß dessen Ausführungen wesentlich klüger wären als die der beiden Twitter-Proleten, die hier bereits zu Wort kamen.

    Eigentlich sollte der Verriß dieser Äußerungen den Höhepunkt dieses Blogartikels darstellen. Denn der Professor blamiert sich wirklich sehr professionell. 🙂

    Ich wollte aber nicht, daß sich dieser Artikel zu sehr in die Länge zieht, und werde daher den Professor noch einmal gesondert zu Wort kommen lassen. Man hält es nicht für möglich, was ausgemachte „Wissenschaftler“ für einen Quatsch absondern können, sobald sie zur Gender-Religion konvertiert sind.

    Bis dahin vergnüge man sich mit den anderen Freunden der Gendersprache, die sich brutalstmöglich unter dem Video von Julia Ruhs tummeln.

    So wie dieser hier:

    Oder dieser:

    Nicht ganz geschlechtergerechte Sprache auf „Spiegel Online“

    Schockiert las ich jüngst auf „Spiegel Online“, wie eine Autorin in einem Artikel über Lebenskrisen und Resilienz das generische Maskulinum verwendete und damit unzählige Frauen diskriminierte.

    Zunächst schreibt Redakteurin Elisabeth Schönert brav von „jedem und jeder“, die es treffen könne. Wunderbar! Auch ich als Mann fühle mich hier verbal angesprochen und sprachlich respektiert. So soll es sein.

    spiegel online geschlechtergerecht gendersprache

    Dann aber dieser Fauxpas:

    Auf dem Gipfel des Erfolgs reißt es einen hinunter in eine tiefe Krise.

    Das hat mich schon schockiert, daß „Spiegel Online“ hier so fahrlässig mit unserer Sprache umgeht. Wie sollen sich Frauen von einem Satz repräsentiert fühlen, in dem nur von einem die Rede ist, nicht aber von einer?

    „Spiegel Online“ ist noch weit entfernt von einem gendersensiblen Sprachbewußtsein. Männliche Formen verstecken sich auch in den hintersten Ecken unserer schönen, aber leider korrekturbedürftigen deutschen Sprache. Man denke nur an diskriminierende Wörter wie „Arztpraxis“ oder „Freundschaft“. Es wird Zeit, daß Angela Merkel einen großen, überparteilichen Gender-Gipfel einberuft, um aus der Männersprache Deutsch endlich eine gerechte Sprache zu machen. Dieses Thema darf sie nicht den Sozialdemokraten überlassen.

    Aber Spaß beiseite: Eine der dümmsten Formulierungen des Genderwahns ist wohl „jeder und jede“ – als „geschlechtergerechter“ Ersatz für „jeder“. Wie verpeilt muß man sein, um so etwas schreiben oder sagen zu können? Wie ideologisiert muß man sein, wenn man sich als Frau vom Satz „Es kann jeden treffen.“ nicht repräsentiert fühlt?

    Gerade an solchen Konstruktionen wie „jeder und jede“ zeigt sich die Redundanz der Gendersprache. Denn beim Wort „jeder“ assoziieren wir noch viel weniger nur oder überwiegend Männer als z.B. beim Wort „Bürger“. Das Wort „jeder“ ist von der Assoziation her so geschlechtsneutral, wie es nur irgend sein kann. Gerade weil es im Gegensatz zu „Bürger“, „Lehrer“ oder „Patient“ eben nie in einem konkret männlichen Sinne gebraucht wird.

    Auch an solchen Momenten erkennt man, was für ein paranoides Wahngebilde diese sogenannte geschlechtergerechte Sprache ist.

    Feministische Sprachwissenschaftler versuchen ja beständig, mit gekünstelten Experimenten und realitätsfernen Beispielsätzen, die tatsächlich zu stärkeren männlichen Assoziationen führen, unsere Alltagssprache als „sexistisch“ zu denunzieren. Dumm nur, daß viele dieser konstruierten Sprachsituationen selten bis nie im Alltag stattfinden.

    Davon abgesehen geht es niemanden etwas an, was wir in unserem Alltag oder sonstwo assoziieren. Jeder hat das Recht, sich so viele alte, weiße Männer vorzustellen, wie er möchte. Zudem assoziieren wir im Sprachalltag eben gerade nicht ständig bewußt drauf los und stellen uns neurotische Fragen zur „Geschlechterrepräsentanz“. Vielmehr sind wir dem generischen Maskulinum schlicht und einfach dankbar dafür, daß es das Sprechen so einfach macht.

    Es ist schon merkwürdig, daß die Gendersprache nicht als feministische Neurose von Frauen mit Minderwertigkeitskomplexen erkannt und auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt wird.

    Die Experimente der Gender-Linguisten sind also eben gerade nicht auf die Alltagssprache übertragbar. Das sind zwei völlig verschiedene Welten. Wie zwanghaft und orwellesk sind diese „Wissenschaftler“ drauf, daß sie überhaupt auf die Idee kommen, derartig plump unsere Alltagssprache zu denunzieren und verändern zu wollen?

    Vielleicht liegt es ja daran, daß diese Leute keine Linguistik betreiben, sondern „feministische Linguistik“. Sie selbst nennen das so. Echte Wissenschaftler würden nämlich anerkennen, daß unsere Sprache schlicht und einfach funktioniert – statt sich krude Experimente auszudenken, deren Ergebnisse in jedem Fall irrelevant sind.

    Echte Wissenschaftler hätten auch so viel Grips, sich zu fragen, warum sich unsere Sprachpraxis nicht die Bohne für die Ergebnisse feministischer Sprachexperimente interessiert. Nur feministische Linguistinnen schaffen es ja offenbar, daran zu glauben, daß Menschen ohne Abitur auch nur einen Deut von ihrer Diktion abwichen, weil man an der Uni angeblich „bewiesen“ habe, daß das generische Maskulinum zu weniger „gedanklicher Repräsentation von Frauen“ führe.

    Immerhin zeigen diese Pseudowissenschaftler mit diesem Gebaren, daß sie in einer realitätsfernen Blase leben, sich maßlos selbst überheben und besser in einer Diktatur oder Sekte aufgehoben wären. Sollen diese Leute ihren Studenten doch mal einen Satz wie diesen hier vorlegen:

    Jeder ist herzlich eingeladen.

    Die Assoziationen wären mal interessant. Aber eben auch letztlich egal.

    Weil Forschung eben nicht dazu da ist, Sprachinquisition zu betreiben und Geld zu verplempern für solch lächerliche Studien, die letztlich nur dazu dienen, feministische Ideologie zu stützen. Kein normaler Mensch käme auf die Idee, unsere Sprache, die sich tagtäglich bewährt, für illegitim zu erklären und sich zu einem linguistischen Dr. Frankenstein aufzuspielen.

    Die Gender-Esoteriker meinen ja, mit ihren weltfremden Spielereien eine „gerechte Sprache“ zu erschaffen, die aber doch nie lebensfähig sein wird. Frankensteins Monster hat Geschwister im Reich der Sprache bekommen: Sie heißen Gender-Sternchen, Professx, Studierx, Binnen-I und Gender-Gap.

    Die Gender-Alchimisten versuchen ihrer Kunstsprache genauso Leben einzuhauchen wie Dr. Frankenstein seiner Kunstkreatur.

    Und man muß sich an dieser Stelle immer wieder fragen: Glauben diese Spinner wirklich, daß ihre monströsen Schöpfungen je auch nur den Hauch einer Überlebenschance hätten? Der Gender-Schwachsinn dieser Leute zeugt schon von einem enormen, weltfremden Narzißmus. Man wundert sich, was die Universität für ein Ort ist, wenn solche Sektierer dort ihren Unsinn verbreiten dürfen.

    Zu der absurden Redundanz der Gendersprache, wie sie sich bei „jeder und jede“ zeigt, gesellen sich noch zwei andere Aspekte: Inkonsequenz und Inkompetenz.

    Denn häufig betreiben Journalisten und öffentliche Personen zwar brav ihren feministischen Ablaßhandel, indem sie die Gendersprache anwenden, dies aber nur sehr halbherzig und inkompetent tun.

    Der oben zitierte Satz müßte also – wenn die Postulate der geschlechtergerechten Sprache wirklich ernst gemeint sind – wie folgt lauten:

    Auf dem Gipfel des Erfolgs reißt es einen oder eine hinunter in eine tiefe Krise.

    So gendergerecht will man es dann aber auch wieder nicht. Man will sich ja nicht lächerlich machen. Wobei Feministinnen durchaus solche Sätze fabrizieren. Denen ist nichts peinlich.

    Wenn man also bei „Spiegel Online“ in Hamburg wirklich das Sturmgeschütz der „Geschlechtergerechtigkeit“ sein will, dann muß man schon etwas mehr bieten in Sachen Konsequenz und Kompetenz bei der Anwendung des Gender-Unsinns.

    Davon abgesehen fragt man sich besorgt, was mit all den „anderen Geschlechtern“ ist, die sich nicht durch „jeder und jede“ oder „einen und eine“ repräsentiert fühlen mögen.
    Wenn es diese „Geschlechter“ wirklich gibt – und Gender-Forscher glauben fest daran -, dann muß ein modernes Medium wie „Spiegel Online“ sie doch auch repräsentieren.
    Was sagt die Gleichstellungsbeauftragte im Verlag dazu? Ein „Leitfaden“, eine „Empfehlung“ muß her. Mindestens aber ein öffentliches Bekenntnis zu „inklusiver Sprache“ und mehr „Gendergerechtigkeit“.

    Ich persönlich glaube, die Archäologen und Historiker der Zukunft werden mal so auf den Gender-Quatsch schauen wie wir heute auf Hexenwahn, Voodoo-Kult und Alchimie.