Gendern bis zum Kirchenaustritt

Rechtzeitig zum Osterfeste widmen wir uns voller Enthusiasmus der evangelischen Kirche. Auch die Protestanten sind auf dem Gender-Trip und gendern, was das Zeug hält. Warum aber gibt es nur so viele Kirchenaustritte? Vermutlich weil die Luther-Follower lange keine Gottesdienste in „gerechter Sprache“ angeboten haben.

Und vermutlich, weil die „Protestierenden“ einfach noch keine „Bibel in gerechter Sprache“ – kurz BigS – in der Hand halten durften. Diesen Mangel hat die Kirche in den letzten Jahren freilich behoben. Und die vormals Ungläubigen und Austrittswilligen rennen ihr nun die Bude ein. Sie können es kaum erwarten, endlich gendergerechte Gottesdienste zu besuchen.

Jesus Christus hat sich zwar in einer sehr einfachen und bildlichen Sprache ans Volk gewandt. Aber warum es einfach machen, wenn es auch kompliziert geht? Selig sind die Armen im Geiste?

Ist mit der heutigen evangelischen Kirche nicht mehr zu machen. Die bereichert sich selbst mit Gender-Sternen, „Geschlechter-gerechtigkeit“, einem feminisierten Herrgott und allerlei anderem pseudointellektuellen, esoterischen Gender-Gedöns.

Ein neuer Luther würde diesen Gender-Ablaßhandel wohl an-prangern.

Was dürfen unsere trüben Augen auf der Webseite der evange-lischen Kirche Preußens lesen?

Gottesdienst geschlechter*gerecht feiern

Was für ein tolles Sternchen. Und so schön mittig platziert. Mehr Inklusion geht nicht.

Ein bißchen doof ist dieser Stern aber schon, soll er doch gerade all die anderen ausgedachten und herbeiphantasierten „Geschlechter“ jenseits der „binären Geschlechterordnung“ repräsentieren. Wozu aber noch ein Stern, wenn all diese „Geschlechter“ ja bereits in dem Wörtchen „geschlechtergerecht“ enthalten sind?

Aber solch Fragen ist vermutlich nur kleinliche Erbsenzählerei und „Mansplaining“ – also diese dumme, dominante männliche Vernunft, die sich ständig in den Vordergrund drängt und Frauen unterdrückt. Gender-Sternchen repräsentieren das Gute! Also soll man sie auch ruhig ein bißchen öfter verwenden als nötig.

Ich sehe schon eine Gendersprache vor mir, die uns mit noch viel mehr Sternen beglückt als bisher. Deren Ver*fech*ter*inn*en werden dann noch mehr „Ge*schlech*ter*ge*rech*tig*keit“ für sich beanspruchen als die klassischen Gender-Freaks. Ein Krieg der Sterne scheint unausweichlich.

Aber schauen wir weiter:

„Das Wissen um die Vielfalt von Geschlecht stellt die Sprache im Gottesdienst vor neue Herausforderungen“, meint die Geschlechterforscherin und Theologin Ulrike Auga. Im Interview mit ekbo.de wirbt sie für gerechte Sprache.

Das sehen die Gläubigen bestimmt ganz genauso und preisen jetzt inbrünstig „die Ewige“. Gott könnte sich schließlich diskriminiert fühlen. Da will man vorkehren. Früher wußten die Menschen einfach noch nichts von der enormen Geschlechtervielfalt. Wie toll, daß es dieses Wissen jetzt gibt und die Kirche diese brandneuen, völlig unbestechlichen „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse in den Gottesdienst integriert. Alles hieb- und stichfest bewiesen. Und man kann sich zudem auch noch so progressiv fühlen und es den doofen Katholiken zeigen.

Neue Erkenntnisse sowohl der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften als auch der Theologie zeigen, dass sich durch derlei ungerechtes Sprechen, das der Vielfalt der Erfahrungen nicht gerecht wird, Ungleichheit und Un-gleichbehandlung verfestigen.

Okay, als Ossi mit marxistisch-leninistischer Phrasendresch-Expertise fragt man sich schon, wie unglaublich dumm man sein muß, um solche Sätze überhaupt formulieren zu können. „Ungerechtes Sprechen“? Ich muß gleich mal zu meinem früheren FDJ-Sekretär für Agitation und Propaganda gehen. Liegt hier womöglich eine Urheberrechtsverletzung vor?

Begrüßen Sie Ihre Gemeinde in geschlechter*inklusiver Sprache!

Loben Sie Gott in geschlechter*gerechter Sprache!

Anregungen für ein geschlechterinklusives Glaubensbekenntnis

Beten Sie geschlechter*gerechte Fürbitten!

Verwenden Sie gender*gerechte Sendungs- und Segenstexte!

Das ist kein Witz, kein Aprilscherz. Das ist auch nicht aus „Das Leben des Brian“. Diese Zitate sind kein Fake. Das ist die evangelische Kirche Preußens im Jahr 2021. Die Vision vom Untergang des Abendlandes scheint nach dieser Lektüre gar nicht mehr so unrealistisch.

Die Kirche beschäftigt heute „Geschlechterforscherinnen“ wie Ulrike Auga, die eigentlich ein Fall für den Sektenbeauftragten wären und jeden Esoterik-Guru vor Neid erblassen lassen. Die Dame präsentiert uns allerschönstes, paranoides Genderwelsch:

Oft werden Binarität und Heteronormativität ungenügend reflektiert. Dabei werden Stereotype in Bezug auf Männlichkeit und Weiblichkeit zementiert. Die Beschäftigung mit der Konstruktion von Geschlecht ist wichtig, denn die Abweichung von hegemonialen Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit kann bis in die Gegenwart Hassverbrechen nach sich ziehen.

Es werden beispielsweise Kultur, Vernunft und Verbal-sprachlichkeit als „männlich“ assoziiert und Natur, Körperlichkeit oder Emotion „weiblich“ naturalisiert bzw. essentialisiert, d.h. als gäbe es eine vorgeordnete binäre Wesenheit.

Nee, gibt es natürlich nicht. Alles Fake! Alles hegemonial! Ulrike hat’s bewiesen. Zweifel kennt sie nicht. Gehen Sie zur Gender-Forscherin Ihres Vertrauens, die Ihnen die Flausen von der angeblichen Wesenhaftigkeit von Mann und Frau zünftig austreibt. Und lassen Sie sich tolle Begriffe wie „Heteronormativität“, „Binarität“ oder „Essentialisierung“ erklären.

Ulrike soll schließlich nicht umsonst an der Universität ihre Nase in Bücher gesteckt haben.

Eine der absurdesten Ironien des Gender-Zeitalters ist es wohl, daß solche Esoteriktanten wie Ulrike Auga den größten, völlig irrationalen, unbewiesenen Unsinn von sich geben und sich dann darüber beklagen, daß Weiblichkeit nicht gerade mit Vernunft assoziiert wird.

Aber vielleicht hat die Dame ja Beweise dafür, daß Männer ähnlich emotional sind wie Frauen. Gleichstellungsbeauftragte freuen sich schon auf weibliche Schachweltmeister. Ulrike und die Gender-forschung müssen nur noch ein bißchen „dekonstruieren“ – und schon ist Schach der reinste Frauensport. Ich erinnere noch mal daran, daß nahezu sämtliche Gender-Professuren von „als weiblich gelesenen“ Menschen – so heißt das heute – ausgefüllt werden. Das nur mal zum Thema Rationalität und Vernunft.

Als Mann bin ich übrigens ziemlich froh darüber, daß Frauen essentiell anders sind als Männer. Das nur nebenbei. Man kann es aber auch mit weiblicher Irrationalität und Unvernunft übertreiben. Feministinnen legen in dieser Disziplin regelmäßig neue Benchmarks vor.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß die Gender-Tanten an den Universitäten zumeist lesbisch sind? Kann man ja ruhig mal sagen. Vielleicht fehlt diesen Damen einfach ein bißchen „hetero-normativer“ Erfahrungshorizont. Ulrike macht auch nicht gerade den Eindruck, als ob sie dem Manne zugeneigt sei.

Man muß schon extrem gehirngewaschen und intellektuell paralysiert sein, wenn man an die „Konstruktion von Geschlecht“ glaubt. Und wahrscheinlich ist das, was ich hier tue, auch ein „Haßverbrechen“. Man fühlt sich bei diesen Gender-Zombies in der Tat an die geschlossenen, paranoiden Glaubenssysteme von Sekten erinnert.

Wenn die evangelische Kirche in Deutschland nicht unter die Kreationisten gegangen ist, sollte sie sich mal in einer ruhigen Minute vergegenwärtigen, daß evolutionsbiologisch gar nichts anderes möglich ist, als daß Mann und Frau gegensätzlich und komplementär ausgerichtet sind. Alles andere wäre das achte Weltwunder. Aber vielleicht will uns Ulrike Auga ja mit diesem pseudowissen-schaftlichen Unsinn, dessen einziges Argument eine gefühlte Progressivität ist, nur beweisen, wie irrational das Weib eigentlich ist.

Noch eine Kostprobe der sicherlich gutbezahlten – warum wird sie eigentlich nicht „Thealogin“ genannt? Triggerwarnung: Schlimmster Gender-Okkultismus mit Höchstwerten im Blablameter!

In der postsäkularen, globalisierten Gesellschaft, in der friedliches Zusammenleben durch Neoliberalismus und lebensfeindliche Macht- und Körperpolitiken bedroht wird, bedeutet öffentliche religiöse Performanz ein unverzichtbares Potential für das Aufbrechen hierarchisierender, interagierender Kategorien – in der Forschung werden sie intersektionale Kategorien genannt – wie „Geschlecht“, „Sexualität“, „Nation“, „Race“, „Klasse“, „körperliche Befähigung“ und „Religion“.

IIn der Sichtbarkeit, körperlichen Ko-Präsenz und Materialität öffentlicher Gottesdienste manifestiert sich die „offizielle Konsenstheologie“ einer Gemeinschaft performativ. Gerade hier werden die Affirmation und das Sichtbarmachen nicht-traditioneller Fürsorgebeziehungen, das Empowerment von Beziehungen, Lebensentwürfen und von Subjektpositionen, die vom Mainstream abweichen, greifbar.

Es kann nicht mehr lange dauern, bis die WHO „Gender“ als Geisteskrankheit einstuft. Erfreulicherweise sind nur Akademiker davon betroffen.

Genauso, wie die Zeitungen mit der ungeheuer beliebten Gendersprache und feministischen Fake News ihren Auflagen-schwund zu stoppen gedenken, wird die Evangelische Kirche Deutschland mit Regenbogenfahnen und Gottesdiensten in „gerechter Sprache“ vermutlich den Mitgliederschwund stoppen.

Wer‘s glaubt, wird selig.

„Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer“

Heute hörte ich in den Nachrichten vom Deutschlandfunk, daß es eine Debatte darum gebe, inwieweit LKW-Fahrer schuld seien am Verkehrschaos auf der A2. Schließlich waren viele von ihnen angesichts der winterlichen Wetterlage illegal auf der Autobahn unterwegs.

In der Meldung war dann tatsächlich von „LKW-Fahrerinnen und – Fahrern“ die Rede. Das nennt man wohl „geschlechtergerecht“.

Aber ist es auch realitätsgerecht – mal abgesehen von der nervtötenden Redundanz dieser Kunstformulierung?

Sicherlich gibt es irgendwo auf diesem Planeten auch LKW-Fahrerinnen. Die heißen dann Trucker Babes oder so. Ich selber habe aber noch nie so ein Babe gesehen.

Man ist ja vom Deutschlandfunk mittlerweile einiges gewohnt. Die ganze Palette „geschlechgtergerechter“ Phantasieformen ist dort zu hören – von den „Mitarbeitenden“ oder den „Forschenden“ über die „Künstler:innen“ bis zu den „Ärztinnen und Ärzten“. Auch die altbekannten feministischen Narrative und Lügen sind im Programm omnipräsent.

Die Redaktion dort dürfte sich ziemlich progressiv, frauenfreundlich und am Puls der Zeit fühlen. Aber muß das Streben nach sprachlicher „Gleichstellung“ wirklich so weit gehen, daß man in einer kurzen Nachrichtenmeldung von „LKW-Fahrerinnen und -Fahrern“ spricht?

Man stelle sich mal vor, wie so eine Meldung in den Siebzigerjahren aufgenommen worden wäre. Wahrscheinlich hätten die Hörer das als Gag verstanden und irgendeinen Komiker dahinter vermutet.

Interessanterweise sah die Meldung im Nachrichtenüberblick auf der Webseite so aus:

lkw-fahrerinnen-deutschlandfunk-gendersprache

Ich dachte immer, das generische Maskulinum grenzt Frauen aus, macht sie unsichtbar.

Im Volltext dieser Nachricht ist dann dies zu lesen:

Das Verkehrschaos auf der Autobahn 2 ist offenbar maßgeblich durch Lkw-Fahrerinnen und -fahrer verursacht worden.

Wer weiß das schon so genau? Kann der Deutschlandfunk garantieren, daß auch heiße Trucker Babes unter den Regelbrechern auf der A2 waren? Zumal Frauen doch auch die besseren Menschen und weniger delinquent sind?

Man kommt wirklich in Teufels Küche mit dieser Gendersprache.

Weiter unten steht dann dies:

Der Bundesverband Güterverkehr teilte indes mit, Schuld seien vielfach Kommunikationsprobleme gewesen. Ukrainische, belarussische, kasachische Fahrer könnten Schilder in lateinischer Schrift teilweise nicht lesen, geschweige denn deutsche Verkehrsdurchsagen verstehen, erklärte ein Sprecher. Kein Fahrer fahre freiwillig in einen nächtlichen Dauerstau.

Hier sind also wieder zwei ziemlich geschlechterungerechte generische Maskulina zu lesen. Da könnte sich das eine oder andere Trucker Babe diskriminiert fühlen. Andererseits sind LKW-Fahrerinnen eher selten Akademiker und dürften daher wohl kaum an intellektuellen Neurosen wie der „geschlechtergerechten Sprache“ leiden.

Gehört es wirklich zum Sendeauftrag des Deutschlandfunks, uns Hörer darüber zu informieren, daß möglicherweise auch ein paar LKW-Fahrerinnen unter den Regelbrechern waren?

Der eigentliche Informationswert dieser Meldung besteht ja nicht darin, daß Männer und eventuell auch Frauen in den LKWs saßen, sondern daß diese LKWs illegal auf der Autobahn fuhren und eventuell Chaos verursacht haben. Ob da nun Männer oder Frauen drin waren, interessiert eigentlich nicht im geringsten.

Es muß uns ja auch niemand erklären, daß die Bürger eines Landes oder die Schüler einer Schule auch aus Menschen weiblichen Geschlechts bestehen. Das ist eine irrelevante und redundante Information, die der ungebildete und geschlechterungerechte Pöbel deshalb einfach wegläßt.

Er hat einfach nicht die geistigen Fähigkeiten und den moralischen Narzißmus, um sich besonders komplizierte und überflüssige Formulierungen auszudenken, wie das nur Akademiker vermögen. Nur Akademiker verfügen auch über genug Größenwahn, sie hätten die Autorität, unsere Sprache zu „verbessern“, „gerechter“ zu machen und die Diktion ihrer Mitmenschen für überholt und „sexistisch“ zu erklären.

Nun ja. Immerhin beglückt uns der Deutschlandfunk mit dem sehr kulturgerechten „belarussisch“. Das macht einiges wett. Schließlich wollen wir unsere Freunde aus „Belarus“ nicht mit dem schlimmen Wort „weißrussisch“ diskriminieren. Es gibt viel zu tun, um unsere Sprache gerechter zu machen.

Ach wäre der Deutschlandfunk doch ebenso konsequent mit der Ausmerzung des generischen Maskulinums wie mit der Ausmerzung der schlimmen Begriffe „Weißrußland“ und „weißrussisch“.

Nichtsdestotrotz, der Deutschlandfunk ist auf einem guten Weg, unsere Sprache gerechter und sensibler zu machen. Die Redaktion darf sich gut und progressiv fühlen.